Nein, Gen Z ist nicht gleichbedeutend mit „Gen TikTok“

Wenn du deine Zeit auch nur gelegentlich auf Social Media verbringst, glaubst du vielleicht an den weit verbreiteten Mythos, dass „TikToker:innen“ und „Gen Z“ Synonyme sind. Der Mythos ist bei vielen Marketeers und Brands verbreitet und scheint auch insgesamt weit verbreitet zu sein. Googelt man „TikTok Gen X“, erhält man Ergebnisse über… Gen Z. (Ich musste mich vergewissern, dass ich den richtigen Begriff eingegeben hatte!)

Fairerweise muss man sagen, dass die Plattform anfangs eher bei der sogenannten “Gen Z Gruppe” beliebt war, die zwischen 1997 und 2012 geboren sind, demnach heutige zwischen 12 und 25 Jahre alte Personen. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Beliebtheit der App bei einer Reihe von Bevölkerungsgruppen und Altersklassen zunimmt.

Bei der Generation Z am beliebtesten zu sein, bedeutet keineswegs, dass man bei anderen Generationen nicht beliebt ist. Der Prozentsatz an Nutzer:innen mag in der Generation Z am höchsten sein, aber auch viele andere lieben die App.

Nur weil die Generation Z den Weg bereitet hat, heisst das nicht, dass andere Generationen TikTok nicht auch nutzen.

TikTok ist die erste Nicht-Meta-App (und die fünfte App aller Zeiten), welche mehr als 3 Milliarden Downloads verzeichnet. Im Jahr 2021 blieb die Plattform mit 656 Millionen Downloads die weltweit am häufigsten heruntergeladene App.

10 Most Downloaded Apps in 2021
Source: Forbes, 2021

Keine App erreicht diesen phänomenalen Beliebtheitsgrad, indem sie nur eine bestimmte Zielgruppe anspricht.

Zu den beliebten Schweizer TikToker:innen an der Schnittstelle zwischen GenX und Millennials gehören zum Beispiel _ohheyvivi_, die ihren Followers Einblicke in Mode, Beauty, Food, Sport und ihr Mom Life gibt, und soleil_fatima, die über Sport, Frauenprobleme, Gesundheit und Mode postet. Jonny Fischer teilt seine Versuche, Trends aufzuspüren, die bei jüngeren TikToker:innen beliebt sind, sowie amüsante Gegenüberstellungen zwischen jugendlichen Partys und seiner Rolle als Patenonkel von Manus kleinen Kindern alias seinem Comedian-Partner aus dem berühmten Cabaret Divertimento. Doris Flury postet gesunde Rezepte, darunter vegane und glutenfreie Kekse.

Zu unseren Millennial TikTokers gehören unter anderem „Schweizer Influencer:innen und Content Creators, die du im Auge behalten solltest„. So erstellt zum Beispiel Eric Lüthi alleine oder mit seinem Freund T-Ronimo Comedy Content, in denen sie oft zwei weibliche Charaktere, Bresha und Selina, in lustigen Situationen zeigen.

Der Hashtag #genX hat 6,6 Milliarden Aufrufe und umfasst Beiträge über die Erziehung von Teenager:innen, nostalgische Erinnerungen an die 90er Jahre und das Älterwerden. Zu den beliebten GenX-Content Creators gehört Jack Black, ein Komiker, dessen WAP-Tanz mehr als 5 Millionen Aufrufe verzeichnete. Die Finanzexpertin Marie teilt Line-Dance-Tutorials und stellt Tanzschritte aus den 80er und 90er Jahren mit ihren Freunden und ihrer Familie nach, darunter auch ihre Kinder der Gen Z und der Millennials.

TikTok spielt eine Rolle im Leben der Gen Z

TikTok scheint die bevorzugte Suchmaschine für Gen Z zu sein. Prabhakar Raghavan, Senior Vize-Präsident und Leiter der Google Knowledge & Information Organisation, sagte: „In unseren Studien haben wir festgestellt, dass fast 40 % der jungen Leute, wenn sie einen Ort zum Mittagessen suchen, nicht Google Maps oder die Suchmaschine öffnen. Sie gehen auf TikTok oder Instagram.“

Der Stanford-Wissenschaftler beschreibt die Generation Z als eine sehr kollaborative Kohorte, die sich sehr um andere kümmert. Ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit erstreckt sich auch auf TikTok. Eine Koalition führender TikTok-Stars der Generation Z hat sich verpflichtet, die Zusammenarbeit mit Amazon einzustellen, bis das Unternehmen die Forderungen der Amazon-Gewerkschaft erfüllt. Die Gruppe von 70 TikTok Creators hat zusammen über 51 Millionen Follower:innen.

Verschiedene Generationen nutzen TikTok auf unterschiedliche Weise

Viele ältere Menschen mögen ebenfalls Tanzvideos, und sind wir mal ehrlich, wer liebt alberne Tiervideos nicht? Mein Sohn (auch Gen Z) hat mir kürzlich dieses lustige Papageienvideo gezeigt, das mir (Gen X) sehr gut gefallen hat. Die AARP (ehemals American Association of Retired Persons) hat einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Nutzung für ältere Menschen unterscheiden kann. „Einige ältere Erwachsene treten TikTok bei, um eine Bindung zu ihren Kindern und Enkelkindern aufzubauen… TikTok ist voller Abwechslung, die älteren Menschen – bzw. Menschen jeden Alters – helfen können, sich weniger gelangweilt oder einsam zu fühlen.“

Laut der Deloitte Digital Media Trends Umfrage “15th Edition” geben 84 % aller Konsument:innen an, Social Media Plattformen zu nutzen, wobei es dennoch Unterschiede zwischen den Generationen gibt. 27 % der Generation Z sehen sich gerne TV Shows und Filme über Social Media an, ebenso wie 23 % der Generation X. Allerdings hören nur 25 % der Generation X Musik, während es bei der Generation Z 44 % sind.

Ältere Generationen nutzen Social Media anders als die Generation Z… aber sie nutzen sie trotzdem.

Insbesondere TikTok wird laut einer von Fortune und SurveyMonkey durchgeführten Studie von 10 % der Generation X und 5 % der Babyboomer genutzt – mit steigender Tendenz. Für 40 % der Babyboomer ist Social Media ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Für 17 % der Generation X und 11 % der Boomers ist das Engagement auf sozialen Plattformen eine der Top 3 Unterhaltungsaktivitäten. Kingfluencers hat auch mit zahlreichen Influencer:innen zusammengearbeitet, einschliesslich und über die Generation Z hinaus, wie CorEstilo Style, um erfolgreiche Kollaborationen für zum Beispiel L’Oréal aufzubauen.

Bei TikTok geht es um Communities und Verbindungen

NPR schrieb kürzlich, dass Facebook radikale Änderungen vornimmt, um mit TikTok Schritt zu halten. „TikTok hat eine grundlegende Sache, die Facebook nicht hat: TikTok ist cool. Es ist sehr schwer, Coolness nachzubilden“, sagte Matt Navarra, Social Media Berater und Analyst.

Da TikTok Nutzer:innen weiterhin viel Zeit auf der App verbringen, fördert TikTok eine Vielzahl von positiven, aufbauenden Aktivitäten. TikTok bietet ausserdem umfassende Unterstützung für Content Creators – sogar für diejenigen, die Content erstellen, welcher ausserhalb der Plattform konsumiert wird. Kürzlich hat TikTok in Zusammenarbeit mit Barnes & Noble und deren Creators Community die #BookTokChallenge ins Leben gerufen. Eine Challenge, welche die Menschen dazu ermutigt, neue Bücher und Autor:innen zu lesen und anschliessend ihre Reaktionen mit ihrer Community zu teilen.

Sogar TikTok-Anzeigen werden von einem breiten Publikum geschätzt. Der jüngste Media Reactions Report von Kantar setzte TikTok auf Platz 1 für „Ad Equity“, eine Messung der Einstellung und Vorliebe des Publikums für Werbung. „Die Markenlösungen von TikTok werden vom Publikum nicht nur als „Werbung“ wahrgenommen. Tatsächlich führt TikTok die Liste an, wenn es um die Bereitstellung von Branded Content geht, die bei den Online Konsument:innen tatsächlich auf Resonanz stossen.“

Aufbau einer starken TikTok-Präsenz

Im Mai 2021 betonte TikTok, dass keine Plattform eine solche Reichweite hat, ohne „für jeden etwas zu bieten“, und warb gleichzeitig bei den Markteers um die Wahrnehmung, dass es sich um ein Phänomen der Generation Z handelt. TikToks kontinuierlich wachsende Popularität zeigt, wie falsch es ist zu behaupten, dass die Plattform eine exklusive Domäne der Generation Z sei.

Kingfluencers arbeitet mit Brands zusammen, um eine starke TikTok-Präsenz aufzubauen. Kontaktiere uns, um eine erfolgreiche TikTok-Strategie zu entwickeln und umzusetzen, die dir heute und in Zukunft zahlreiche Vorteile bringen wird.

Author: Megan Bozman, Owner @Boz Content Marketing

Was können wir gegen toxische Schönheitsideale auf Social Media tun?

«Ogilvy UK wird nicht mehr länger mit Influencer:innen zusammenarbeiten, die ihren Körper oder ihr Gesicht für Brand Kampagnen verzerren oder retuschieren, um so die „systemischen“ Gesundheitsschäden auf Social Media zu bekämpfen».

Diese Regel ist zwar zweifellos gut gemeint, doch erlaubt sie es Influencer:innen immer noch, ihr Aussehen durch zahlreiche andere Mittel wie Contouring Make-Up, Push-up-BHs, falsche Wimpern und Haarverlängerungen zu verändern. Daher die Frage, wie effektiv dieser Schritt sein wird, wennes darum geht unrealistische Schönheitsideale zu reduzieren.

Die meisten sind sich einig, dass Social Media unrealistische, toxische Schönheitsidealefördert, die sich negativ auf die psychische Gesundheit der Menschen auswirken. Was kanngegen dieses komplexe Problem unternommen werden? Und wer sollte etwasunternehmen?

Nun, wir haben einige Ideen.

Wachsendes Bewusstsein für die Auswirkungen von Social Media auf die psychische Gesundheit 

«Als Gen X kamen die Schönheitsideale meiner Kindheit in den 80er Jahren von MTV (schaut es euch an, Kinder) und Zeitschriften. Ich erinnere mich noch gut an die dünnen Beine der Frauen im „Legs“-Video von ZZ Top. Meine eigenen Beine waren nie so dünn, doch habe ich gelernt, sie zu lieben und ihre Fähigkeit zu schätzen, steile Hügel im Wald hinaufzufahren», sagt Megan Bozman, Content Creator bei Kingfluencers.

Körperdysmorphie und Depressionen sind sicherlich keine neuen Entwicklungen, die allein durch Social Media entstanden sind. Eine Vielzahl von Untersuchungen zeigt jedoch, dass die Nutzung sozialer Medien die Prävalenz solcher Krankheiten erhöht und die Zustände verschlimmert.

Die BBC stellt fest: «Die Nutzung von Social Media scheint mit der Sorge um das Körperbild zusammenzuhängen». Die Auswirkungen sind bei heranwachsenden Mädchen besonders gravierend. Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt schrieb: «Die Teilmenge der Studien, die es den Forschenden ermöglichen, Social Media und insbesondere Instagram zu isolieren, zeigen einen viel stärkeren Zusammenhang mit schlechter psychischer Gesundheit. Das Gleiche gilt für diejenigen, die sich eher auf Mädchen als auf alle Teenager konzentrieren. Mädchen, die Social Media intensiv nutzen, geben mit zwei- bis dreimal höherer Wahrscheinlichkeit an, depressiv zu sein, als Mädchen, die Instagram nur wenig oder gar nicht nutzen.»

Immer mehr Menschen greifen zu medizinischen Eingriffen, um ihr Gesicht dauerhaft zu verändern, inspiriert von retuschierten oder gefilterten Fotos von sich selbst. Eine Umfrage der American Academy of Facial Plastic and Reconstructive Surgery (AAFPRS) aus dem Jahr 2020 ergab «einen Anstieg der chirurgischen Nachfrage, der in den letzten Jahren nicht zu beobachten war», gefolgt von einer «explosionsartigen Zunahme der Nachfrage nach plastischer Gesichtschirurgie und ästhetische Verfahren» im Jahr 2021.

Führt geringes Selbstvertrauen zu vermehrten Beauty Käufen? 

Profitieren Beauty Brands von diesen toxischen Schönheitsidealen? Es ist durchaus möglich, dass Frauen, die ein negatives Selbstbild haben, mehr Geld für Beauty Produkte ausgeben. Haben Brands daher einen Anreiz, Kampagnen durchzuführen, die dem Selbstbild schaden?

Natürlich sollte der Umsatz nicht das einzige Ziel sein. Wir hoffen, dass die meisten Brands den Menschen nicht absichtlich ein schlechtes Gewissen machen wollen. Aber das Thema ist es wert, angesprochen zu werden, da gewinnorientierte Unternehmen den Shareholder Value Priorität einräumen müssen. 

Die gute Nachricht ist, dass ethisches Verhalten den Einnahmen nicht schadet (zumindest in diesem Fall!) «Einige Studien zeigen, dass Frauen mit geringerem Selbstwertgefühl mehr Make-up verwenden, wahrscheinlich um Unvollkommenheiten zu verbergen. Aber auch Frauen mit einem höheren Selbstwertgefühl nutzen Make-up, zum Beispiel um Aufmerksamkeit zu erregen.»

Von toxischen Schönheitsidealen profitiert auf Dauer niemand.

Wo liegt die Verantwortung?

Wenn wir als Gesellschaft wollen, dass sich Schönheitsideale hin zu natürlichen Darstellungen und einer umfassenden Wertschätzung der Vielfalt des menschlichen Aussehens verschieben, bleibt die Frage bestehen: wie erreichen wir das?

Ähnlich wie bei der Bekämpfung gegen Fehlinformationen erfordert die Bewältigung dieser Herausforderung, dass mehrere Einheiten mehr Verantwortung übernehmen. Jede Gruppe sollte eine Rolle spielen und dazu dienen, die Unzulänglichkeiten der anderen auszugleichen.

Ha Vy Nguyen, Social Media Marketing Spezialistin bei Kingfluencers und Influencerin, sagte:

„Als Influencerin belastet mich dieses Thema, denn eine unserer Aufgaben ist es, unsere Community zu inspirieren und ein Vorbild zu sein. Und wenn man seine Fotos dann stark bearbeitet, trägt man natürlich zu diesem Problem bei. Gleichzeitig habe ich den inneren Druck die perfekte Version meines Selbst zu präsentieren und ein gewisses Aussehen zu repräsentieren. Wenn ich das nicht schaffe,  wäre mein Engagement nicht so gross oder mein Account würde nicht mehr so stark weiterwachsen. Ich würde einen Hinweis, beispielsweise in der Caption begrüssen, der besagt, dass das Foto bearbeitet wurde. Aber jegliche Fotobearbeitung zu verbieten, würde meiner Meinung nach zu grossen Auswirkungen haben, die nicht unbedingt positiv sein müssen.”

Toxische Schönheitsideale. Ha Vy Nguyen

Staatliche Bemühungen zur Bekämpfung toxischer Schönheitsideale

Der konservative Abgeordnete Dr. Luke Evans hat im britischen Parlament einen Gesetzentwurf eingebracht, der eine Kennzeichnung von Bildern fordert, auf denen Influencer:innen ihren Körper digital verändert oder bearbeitet haben. Dr. Evans sagte, die Menschen seien «gefangen im Wettrüsten um das perfekte Selfie», was sich auf die psychische Gesundheit auswirke. Er hofft, «dass wir eine Gesellschaft fördern können, die eine positive Körperwahrnehmung anstrebt, ohne Körperbilder, die ohne digitale Manipulation buchstäblich unmöglich sind».

Mit Sicherheit ein gut gemeintes Ziel.

Es gibt ein bekanntes Sprichwort darüber, wohin ein Weg führt, der mit «guten Absichten gepflastert» ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich der Behauptung von Dr. Evans zustimme, dass sein Gesetzentwurf zu digital veränderten Körperbildern kein Beispiel für den „Nanny-Staat“ in Aktion ist. Die Durchsetzung wird komplex sein und es stellen sich zahlreiche Fragen, z.B. ob eine Bearbeitung zu künstlerischen Zwecken dennoch zulässig wäre.

Brands zur Förderung gesunder Schönheitsideale

Brands sollten Trendsetter sein, die zu dieser Thematik die Führung übernehmen und ein positives Beispiel geben können. Um auf das Beispiel am Anfang des Artikels zurückzukommen: «Ogilvy UK wird nicht mehr mit Influencer:innen zusammenarbeiten, die ihren Körper oder ihr Gesicht verzerren oder retuschieren.» Dove zum Beispiel arbeitet nur mit Influencer:innen zusammen, die ihr Aussehen auf Social Media nicht verzerren und hat auch Kampagnen entwickelt, die keine digitale Verzerrung zelebrieren.

Dove hat zudem eine «#DetoxYourFeed» Kampagne ins Leben gerufen, die ein herunterladbares «Confidence Kit» und einen «Elternleitfaden» mit wissenschaftlich geprüften Ressourcen und Tools umfasst. 

Influencer:innen zur Verkörperung natürlicher Schönheit

Wie Brands können auch Influencer:innen bestrebt sein, mit positivem Beispiel voranzugehen. Influencer:innen können auch unsere folgenden Tipps in die Praxis umsetzen, einschliesslich der Zusammenarbeit mit anderen Influencer:innen, die sich in ihrem Aussehen unterscheiden.

Anja Lapčević, Co-CEO & Chief Influence Officer, Kingfluencers, sagte: «Dieses Thema sollte auch von Agenturen aufgegriffen werden. Das Problem „falscher“ Schönheitsideale ist weder ein neues Phänomen, noch ist es nur auf Social Media vertreten. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das uns schon seit Jahren begleitet. Einerseits verschärft Social Media dieses Problem, andererseits könnte es auch eine Lösung sein. Trotz aller Retuschen findet man unbearbeitete, aufregende Gesichter und ungefilterte Geschichten zu Themen wie Schönheitswahn, psychische Gesundheit und Sexualität.»

«Etwas zu verbieten, löst das Problem in der Regel nicht. Wir sollten mehr Wert auf Transparenz legen. Die Offenlegung von Bearbeitungen und die Diskussion des Themas sind die einzigen Möglichkeiten, wie wir ein Bewusstsein entwickeln und uns als Gesellschaft gemeinsam weiterentwickeln können.»

Einer der Kund:innen von Kingfluencers sagte: «Ich persönlich begrüsse diese Entwicklungen. Ich glaube, dass die vorherrschende Situation mit stark bearbeiteten Selfies viele Menschen unter Druck setzt, unrealistischen Idealen zu entsprechen und dass dies der psychischen Gesundheit schaden kann.»

Ein weiterer Kunde von Kingfluencers sagte: «Als Eau Thermale Avène Brand wollen wir jeden dazu ermutigen, sich in seiner Haut wohl zu fühlen. Unser Slogan ‚Gesunde Haut ist Selbstvertrauen‘ verdeutlicht dies. Seit über 30 Jahren werden unsere Hautpflegeprodukte von Wissenschaftler:innen und Dermatolog:innen entwickelt, die sich dem Leben der Haut widmen, insbesondere der empfindlichen Haut. Beruhigt, geschützt und repariert, können Menschen mit empfindlicher Haut auf unser dermatologisches Fachwissen vertrauen, das ihnen hilft, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Zu unserem Manifest gehört die Tatsache, dass sogenannte “Mängel” uns einzigartig machen. Das ist die Schönheit des Lebens.»

Ein Verhaltenskodex als Leitfaden für verantwortungsvollen Einfluss

Der Conscious Influence Hub (CIH) mit Sitz in der Schweiz ist eine gemeinnützige NGO, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, «die Grundwerte Respekt, Empathie und Transparenz im Bereich der Social Media Influence Sphäre zu fördern».

Gemeinsam haben Kingfluencers und der CIH einen Verhaltenskodex mit Best Practice Richtlinien und Beispielen veröffentlicht. Die Verhinderung der Verbreitung unrealistischer Schönheitsideale steht im Einklang mit den Richtlinien des CIH für Influencer:innen, zu denen auch die Transparenz gegenüber der eigenen Community gehört. 

Frankreich schreibt seit 2017 vor, dass retuschierte Werbebilder als solche gekennzeichnet werden müssen. Ein neues Gesetz in Norwegen verlangt von Social Media Influencer:innen ebenfalls, dass sie angeben, ob sie ihre Fotos in bezahlten Posts verändert haben. Die Schweizer Influencerin Nives Arrigoni unterstützt das Gesetz: «Generell bin ich für mehr Realität auf Instagram».

In der Schweiz gibt es kein solches Gesetz, obwohl die Schweizerische Compliance Commission (SLK) 2019 in die Vorschriften für faire und ehrliche Werbung folgendes aufgenommen hat: «Es ist unfair, in der kommerziellen Kommunikation computer-bearbeitete Bilder von Körpern in irreführender Weise zu verwenden, um eine Wirkung oder ein Ergebnis zu behaupten, das nicht erreicht werden kann.» Bei der SLK sind diesbezüglich aber bislang noch keine Beschwerden eingegangen.

Top-Tipps für Brands zur Förderung gesunder Schönheitsideale

Top-Tipps für Brands zur Förderung gesunder Schönheitsideale

1. Arbeite mit Influencer:innen, die sich im Aussehen unterscheiden

Es ist allgemein bekannt, dass Frauen mit Hilfe von Filtern und digitaler Bearbeitung Veränderungen wie grössere Lippen, dichteres Haar, grössere Brüste und glattere, faltenfreie Haut erzielen können. Natürlich gibt es aber auch viele Frauen, die diese Eigenschaften von Natur aus haben. Es nützt nichts, digital bearbeitete Bilder zu verbieten, wenn man dann nur noch mit Influencer:innen zusammenarbeitet, die von Natur aus genau das Aussehen haben, das alle digital nachbilden wollen.

Gib der Person mit der kleineren Oberweite eine Chance. Arbeite mit Influencer:innen zusammen, die Falten haben. Lass die Frau mit den kürzeren Beinen Kleider vorführen. Jeder sieht sich gerne vertreten. Menschen sind so individuell, zeige die Individualität eines jeden Individuums, welches auf seine eigene Art und Weise ganz speziell ist.

2. Sei transparent in Bezug auf deine Richtlinien

Mach deutlich, dass du «Gesichtsveränderungen» entweder verbietest oder zumindest davon abrätst. Kläre deinen Standpunkt bei der Verwendung von Models und Influencer:innen, die sich im Aussehen unterscheiden.

Sei transparent in Bezug auf deine Richtlinien
Zeige die Macht der nicht-digitalen visuellen Veränderungen auf

3. Zeige die Macht der nicht-digitalen visuellen Veränderungen auf

Make-up, Beleuchtung und Körperhaltung können das Erscheinungsbild von Menschen erheblich beeinflussen. Zeige einige «Vorher-Nachher» Bilder, um der Community auch einen Blick hinter die Kulissen zu geben. Eine solche Transparenz verleiht deiner Präsenz auf Social Media zusätzliche Authentizität.

4. Fördere aktiv die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden

Ermutige deine Community, Massnahmen zur Verbesserung und Erhaltung ihres Wohlbefindens zu ergreifen, z.B. Zeit in der Natur zu verbringen, Sport zu treiben und persönliche Kontakte zu pflegen. Lasse deinen Worten Taten folgen. Spende zum Beispiel Geld an Wohltätigkeitsorganisationen wie Girls on the Run oder gib deinen Mitarbeitenden einen bezahlten freien Tag, damit sie ehrenamtlich Parks anlegen können. Sei Teil der Lösung.

Fördere aktiv die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden

Kultiviere Positivität und Brand Love, um langfristige Einnahmen zu erzielen

Die Konsument:innen sind nicht gerade bestrebt, Brands zu unterstützen, die offensichtlich mit allen Mitteln versuchen, an Geld zu kommen, auch indem sie ihnen zum Beispiel absichtlich ein schlechtes Gefühl vermitteln. Glücklicherweise können sich Brands klar gegen diesen Ansatz stellen. Influencer Marketing ist ein effizientes Instrument, um positive Beziehungen und Verbindungen zu ihren Konsument: innen aufzubauen.

Wir bei Kingfluencers sind davon überzeugt, dass das effektive Zusammenbringen von Brands und Influencer:innen einen Mehrwert schafft. Brands profitieren von der Partnerschaft mit Influencer:innen, die sich auf Positivität und Echtheit konzentrieren und die ein Gemeinschaftsgefühl unter ihren Follower:innen aufbauen. Wenn es gut gemacht ist, kann Influencer Marketing dazu beitragen, dass Konsument:innen das Gefühl haben, dass eine Brand einen Mehrwert für ihr Leben darstellt und sie versteht. Letztendlich kann die Kultivierung von Positivität die Brand Love fördern, was zu langfristigem Umsatzwachstum führen kann.

Gehe diesen Weg – das fühlt sich nicht nur gut an, sondern kommt auch deiner Brand zugute.

Der nächste Schritt für Brands?

Wenn du Influencer:innen benötigst, die deine Brands repräsentieren und gleichzeitig authentisch aufstrebende Schönheitsstandards demonstrieren, wende dich an Kingfluencers. Wir helfen dir bei der Auswahl von Influencer:innen und der Gestaltung von Kampagnen, damit du Teil der Lösung wirst und gleichzeitig deine Geschäftsziele, wie z.B. eine höhere Reichweite erzielen kannst.

Author: Megan Bozman, Owner @Boz Content Marketing

Wie man als Influencer:in verantwortungsbewusst über Krieg und in Krisen kommunizieren kann

Wir alle wollen Teil einer Gemeinschaft sein, in der wir rücksichtsvoll miteinander umgehen und transparent kommunizieren. Du hast als Influencer:in eine spezielle Rolle darin. Denn mit deiner Reichweite und deinem Einfluss auf den sozialen Medien bist du ein Vorbild für andere und inspirierst deine Community täglich mit deinen Inhalten. Was das bedeutet und wie du deine Rolle, deine Arbeit und deinen Einfluss in Krisenzeiten bewusst nutzen kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel. d your influence in times of crisis.

Verantwortung

Wer Follower hat, trägt Verantwortung. Mit dem was du postest und teilst beeinflusst du andere. Auch deine Kommentare und Diskussionsbeiträge haben eine Wirkung. Soziale Medien werden von vielen dazu genutzt, um sich zu informieren und eine Gemeinschaft zu finden. Sei dir deinem Einfluss bewusst und setze ihn für Gutes ein.

(Ausschnitte aus dem Conscious Influence Hub Code of Conduct)

Inspiration

Mit deiner Arbeit als Influencer:in inspirierst und beeinflusst du andere Menschen. Du kannst als Influencer:in deine Mitmenschen dazu inspirieren, Empathie und Respekt für die Menschen in Kriegsgebieten zu zeigen. Die Art und Weise, wie du deine Kommunikation und deinen Channel gestaltest, dient anderen als Vorbild.

(Ausschnitte aus dem Conscious Influence Hub Code of Conduct)

Prüfen dann Posten 

Glaubwürdigkeit ist dein grösstes Gut. Wenn du etwas veröffentlichst oder kommentierst, bleibe faktenbezogen und geh mit deinen Quellen kritisch um. Solltest du dir nicht sicher sein, poste lieber nichts und frage jemanden vom Fach oder kontaktiere den*die Autor*in. 

(Ausschnitte aus dem Conscious Influence Hub Code of Conduct)

Privatsphäre schützen

Bevor du Bilder und Inhalte von anderen Personen postest, stellst du sicher, dass du ihr Einverständnis hast. Deshalb teile bitte keine Bilder von Opfern und Verletzten. 

(Ausschnitte aus dem Conscious Influence Hub Code of Conduct)

(Werbe)Pause

Nimm dir eine Auszeit, wenn du sie brauchst. Es ist in Ordnung nichts zu posten und dir die Zeit zum Reflektieren zu nehmen. Auch deine Kooperationen kannst du um Aufschub oder eine Pause bitten, wenn du die Zeit für dich oder aktuelle Themen  nutzen möchtest. Überleg dir auch, ob du deine Gage spenden möchtest. 

Volle Aufmerksamkeit 

Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist sehr kurz. Nutze deshalb die Aufmerksamkeit deiner Community auf deinem Feed bewusst. Wenn du auf deinem Feed über sensible und aktuelle Themen berichtest, mach es mit 100%iger Überzeugung und Bereitschaft. Das bedeutet, dass du diesen Tag vollkommen dem Thema widmest und nicht in der nächsten Slide wieder zum Daily Business und Life wechselst. Dies schwächt die Botschaft ab und lässt sie schneller in Vergessenheit geraten. 

Wir sind Menschen

Menschen haben Gefühle und machen Fehler. Egal ob du traurig, überfordert, verängstigt bist oder dich machtlos fühlst – Deine Gefühl sind in Ordnung und du darfst sie auch zeigen oder teilen. Noch besser ist es, wenn du jemanden hast, mit dem du darüber persönlich sprechen kannst. 

Weitere wertvolle Tipps wie du Respekt, Empathie und Transparenz im Bereich des Influencer Marketing auf Social Media fördern kannst, findest du beim Conscious Influence Hub.

Zum Abschluss möchten wir diese Illustration von @krikelakrak mit euch teilen. 

verantwortungsbewusst kommunizieren

Autorin: Anja Lapčević, Co-CEO Kingfluencers

B2B vs. B2C Influencer Marketing – Die 10 wichtigsten Unterschiede

Inwiefern unterscheidet sich Influencer Marketing, wenn man sich statt an die Konsument:innen an Unternehmen richtet?

B2B (Business to Business) Influencer Marketing basiert darauf, die Autorität von Expert:innen zu nutzen, um Interessent:innen zu erreichen, zu informieren und langfristig zum Kauf zu bewegen. Dies unterscheidet sich von der eher unterhaltsamen und transaktionalen Art des B2C (Business to Consumer) Influencer Marketings. B2B Influencer:innen haben oft ein kleineres Publikum – ihre Wirkung kann jedoch enorm sein.

Werfen wir einen detaillierten Blick auf die 10 wichtigsten Unterschiede zwischen B2B vs. B2C Influencer Marketing. 

1. Der Zeitrahmen ist im B2B vs. B2C Influencer Marketing unterschiedlich

B2B Käufer:innen recherchieren mehr

Es versteht sich von selbst, dass deine Firmenkund:innen mehr Zeit damit verbringen, einen potenziellen Kauf zu analysieren, als dies Endkonsument:innen tun würden. Sie sind sehr gut ausgebildete Einkäufer:innen, die alles in ihrer Macht stehende tun würden, um sich über das zu informieren, was du anbietest – dies mithilfe von Rezensionen, informativen Webseiten, Büchern und Branchenberichten. Sie werden zu deiner Konkurrenz gehen und Angebote vergleichen. Kurz gesagt, dein Produkt oder deine Dienstleistung wird in den meisten B2B Situationen viel genauer unter die Lupe genommen.

Untersuchungen haben ergeben, dass B2B Käufer:innen 57% bis 70% ihres Kaufprozesses durchlaufen haben, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Sie kommen zu deinem Sales-Team, nachdem sie sich gründlich vorbereitet haben – was natürlich viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Im Allgemeinen dauert der B2B Verkaufszyklus mindestens vier Monate – im Gegensatz zu Endkonsument:innen, die dieselbe Nachricht von ihrem Lieblingscreator ein paar Mal auf Social Media sehen und sofort auf „In den Warenkorb“ klicken.

Es sind mehr Menschen an der Kaufentscheidung beteiligt

Und das macht absolut Sinn. Im B2B Bereich sind mehrere Personen bzw. Abteilungen an der Entscheidung beteiligt, welche Produkte und Dienstleistungen das Unternehmen kauft. Verschiedene Interessengruppen des Unternehmens sind von der Entscheidung betroffen. Diese Entscheidungsträger:innen haben anders als beim B2C Kauf nicht mit ihrem eigenen, sondern mit dem Geld ihres Arbeitgebers zu tun.

B2B Käufer:innen warten in der Regel darauf, die Meinung mehrerer wichtiger Personen im Team einzuholen. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich völlig von B2C Käufer:innen, die meist nur ihre eigenen Wünsche, ihr Portemonnaie und vielleicht ihre Freunde oder Ehepartner berücksichtigen, bevor sie der Kaufempfehlung von Influncer:innen folgen.

2. B2B Influencer Marketing ist komplexer als B2C

Zunächst einmal könnte es für dich möglicherweise schwieriger sein, mit B2B Influencer:innen zusammenzuarbeiten. Warum ist das so? Ganz einfach, diese Menschen sind anerkannte Expert:innen.

Sie sind Autoritäten, oft mit Hochschulabschlüssen und Auszeichnungen in ihrer Nische – Tech Insider:innen, Professor:innen, Journalist:innen und Wissenschaftler:innen, die auf dem neuesten und aktuellsten Stand sind. Sie wollen ihren Status bestimmt nicht aufs Spiel setzen, indem sie wahllos für irgendein Produkt oder eine Dienstleistung werben, die sie nicht im Detail kennen. Es wäre äusserst nachteilig für sie, als „sell-out“ abgestempelt zu werden. Sie könnten also Bedenken haben, mit deinen Produkten und/oder Dienstleistungen zusammenzuarbeiten. Und das zu Recht.

Aus demselben Grund haben sie wahrscheinlich nicht so viel Erfahrung mit Influencer Marketingkampagnen. Ihr Onboarding wird vermutlich schwieriger sein als das Onboarding deiner B2C Influencer:innen, für die das bereits ein ganz normales Geschäft ist. Das bedeutet, dass deine Strategie mit B2B-Influencer:innen anders sein muss. Sie wird eher auf eine vertrauensvolle, langfristige Zusammenarbeit ausgerichtet sein als auf eine schnelle, einmalige Kampagne – für B2B Influencer Marketing ist eine komplexere Strategie erforderlich.

3. B2B Influencer Content ist nicht so auffällig wie B2C Content

Wenn du an hochgradig ansprechenden Social Media Content von Influencer:innen gewöhnt bist, könnte dir mancher B2B Content im Vergleich dazu fade und langweilig erscheinen. Natürlich sollten auch B2B Posts im Idealfall so ansprechend wie möglich sein. Wenn es jedoch um Zahlen, Statistiken, Taktiken und Strategien geht, ist es ganz normal, dass diese nicht so sexy sein können, wie wenn man beispielsweise sein neuestes Modeaccessoire in einem Tanzvideo auf Social Media präsentiert.

Während B2C Influencer:innen oft in erster Linie darauf abzielen, ihr Publikum zu unterhalten, geht es beim B2B Marketing darum, potenzielle Kund:innen zu informieren und ihnen Fachwissen zu komplexen Themen zu vermitteln.

Gute Influencer:innen sind sich diesem inhärenten Unterschied bewusst und werden versuchen, ihren Content so ansprechend wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig werden sie sich darauf konzentrieren müssen, dem Publikum einen hohen Mehrwert zu bieten und die Professionalität zu wahren, die B2B erfordert. Sie werden in der Lage sein, die richtige Balance zu finden.

B2B Influencer:innen könnten dies beispielsweise tun, indem sie darüber sprechen, wie die verschiedenen Funktionen deines Produkts den Nutzer:innen helfen, ihren Umsatz zu steigern, Zeit zu sparen, Kosten zu senken oder Risiken zu mindern – anstatt jede Produktfunktion für sich zu diskutieren.

4. Unternehmen, die B2B Influencer:innen einsetzen, konzentrieren sich mehr auf die Lead Generierung – als auf eine breite Palette von B2C Zielen

Unabhängig davon, ob dies nun die richtige Strategie ist oder nicht – die Daten zeigen, dass das Hauptziel der Unternehmen beim Einsatz von B2B Influencer:innen die Generierung von Leads ist: 80% der Brands konzentrieren sich darauf, durch diese Kampagnen Leads zu gewinnen, während sich im Vergleich nur 20% darauf konzentrieren, Brand Awareness zu erreichen.

Zur Erinnerung: Hier sind die verschiedenen Ziele, die ein Unternehmen mit Influencer Marketing erreichen kann:

  • Verbessere die Sichtbarkeit deines Brands und schaffe Awareness
  • Gewinne Social Media Followers und steigere das Engagement
  • Generiere Leads
  • Erhöhen den Traffic auf deiner Unternehmenswebsite oder/und baue Backlinks auf
  • Steigere Conversions, wie z.B. Newsletter Anmeldungen
  • Verbessere den Ruf deines Brands
  • Generiere Umsatz und Social Selling

Beim B2C Influencer Marketing wählen Unternehmen im Gegensatz zur überwiegenden Lead Generierung bei B2B eine Vielzahl dieser Ziele für ihre Kampagnen aus.

5. Autorität und Expertise sind im B2B vs. B2C Influencer Marketing sogar noch wichtiger

Für B2C Influencer:innen gibt es viele Möglichkeiten, Einfluss zu gewinnen: Sie können mehr Followers gewinnen, indem sie ihr Publikum konsequent unterhalten, vor der Kamera charismatisch auftreten und classy auf ihren Fotos aussehen.

Während einige dieser Faktoren auch im B2B Influencer Marketing eine Rolle spielen, übertrumpft eine Kennzahl alle anderen: Starke, reale Expertise in dem Thema, über das sie sprechen.

Eine Umfrage von Demand Gen Report ergab, dass 65 Prozent der B2B Käufer:innen angaben, dass sich ihre Konsumgewohnheiten geändert haben, um glaubwürdigen Content von Influencer:innen der Branche zu bevorzugen.

Das liegt daran, dass die Influencer:innen mit anderen Expert:innen in ihrer Branche sprechen. Diese Menschen müssen in erster Linie durch massgebliche Fakten, intelligente Erklärungen und neue Erkenntnisse statt durch charismatisches Auftreten überzeugt werden. 

Das bedeutet nicht, dass ein gewisses Mass an emotionsbasiertem Marketing nicht auch zu deinem Erfolg im B2B Marketing beitragen kann. Schliesslich sprichst du immer noch mit Menschen, nicht mit Maschinen. Sachliche Autorität bleibt das A und O des B2B Influencers.B2B Käufer:innen brauchen mehr materielle als immaterielle Werte, mit denen sie arbeiten können.

6. B2B Influencer:innen konzentrieren sich auf andere Plattformen als B2C

Die meisten Menschen denken bei dem Begriff Influencer:innen an TikTok und Instagram. Und das ist bei „traditionellen“ B2C Influencer:innen durchaus der Fall. Ihre Top Plattformen sind Instagram, TikTok, Facebook und YouTube.

Während B2B Influencer:innen Facebook und YouTube nutzen und nun auch vermehrt damit beginnen, auf Instagram zu arbeiten, lag ihr Hauptaugenmerk seit jeher auf LinkedIn – der grössten Social Media Plattform für Geschäftsleute.

LinkedIn hat ein Netzwerk von über 500 Millionen Fachleuten (davon sind 61 Millionen Influencer:innen und 40 Millionen Entscheidungsträger von Unternehmen, sogenannte Business Decision Makers). Es ist eine grossartige Möglichkeit für Influencer:innen, mit Geschäftskund:innen in Kontakt zu treten.

Andere bekannte Plattformen für B2B Influencer:innen sind Webinar Plattformen wie BrightTalk. Denk daran, dass es bei dieser Art von Influencer Marketing vor allem darum geht, die potenziellen Kund:innen so gut wie möglich über dein Produkt oder deine Dienstleistung zu informieren und dein Fachwissen zu diesem Thema unter Beweis zu stellen – wofür sich Webinar Plattformen hervorragend eignen.Auch die Wirkung von B2B Influencer:innen auf Offline Plattformen sollte nicht ausser Acht gelassen werden: „Altmodische“ Konferenzen, Fachmessen und Seminare sind in einigen Branchen noch immer brandaktuell. Eine einflussreiche Person, die deine Dienstleistungen rezensiert oder dein Produkt in einem ihrer Vorträge erwähnt, kann die Bekanntheit deines Brands und damit auch dessen Umsatz steigern.

7. Die Content Arten unterscheiden sich für B2B vs B2C Influencer Marketing

Dieser Punkt unterstreicht noch einmal den ernsteren Charakter von B2B und B2C Influencer Marketing: Während letztere sich darauf konzentrieren, Fotos und Videos von sich selbst zu posten und Captions hinzuzufügen, die unterhalten sollen, posten erstere lehrreiche Texte, Statistiken, Diagramme, Infografiken usw.

Das ist es, was ihre potenziellen Kund:innen von ihrem Content erwarten und brauchen: Ausführliche Informationen, Bestätigung der Qualität des Produkts oder der Dienstleistung und Anleitungen. In einer Studie gaben 47 Prozent der B2B Käufer:innen an, dass sie Case Studies für die beste Art von Influencer Content halten, Webinare liegen bei 39 Prozent, Berichte bei 35 Prozent und User Reviews und Video Content bei 32 Prozent.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meistgenutzten Formen von B2B Influencer Content folgende sind:

  • Webinare
  • White Papers
  • Gastbeiträge auf anerkannten Webseiten
  • Video Tutorials
  • Vorträge auf Konferenzen und Seminaren
  • Infografiken·  Diagramme und Statistiken

8. B2B Influencer:innen agieren in einem anderen (kleineren) Umfeld als B2C Influencer:innen

„Traditionelle“ Influencer:innen, die sich an Konsument:innen wenden, haben oft eine grosse Anzahl von Followern: Mehr als 100.000, manchmal bis zu mehreren Millionen. Viele von ihnen haben eine echte Massenattraktivität.

Bei B2B Influencer:innen verhält es sich etwas anders: Sie bewegen sich eher in bestimmten Nischen – ein wichtiger Grund, warum sie überhaupt so viel Autorität aufbauen konnten – indem sie alles darüber gelernt haben und zu Nischenexpert:innen wurden. Es geht also definitiv nicht nur um Zahlen. Es geht um Fachwissen und Engagement.

Eine Studie von Influencer Marketing Hub aus dem Jahr 2021 ergab, dass Influencer:innen mit Followern zwischen 1.000 und 5.000 eine Engagement Rate von fast 5 Prozent haben, während Influencer:innen mit Followern zwischen 5.000 und 20.000 eine Engagement Rate von nur 1,7 Prozent aufweisen. Je höher die Zahl der Follower ist, desto geringer ist das Engagement: Diejenigen mit 100.000 bis 1 Million Followern hatten eine Engagement Rate von 1,06 Prozent. Die Zahlen der Kommentare folgen einer ähnlichen Entwicklung. Influencer:innen mit vielen Followern weisen weniger Kommentare auf ihre Beiträge auf als Influencer:innen mit wenigen Followern.

Selbst wenn ein:e Influencer:in also weniger als 10.000 Followers hat, kann er oder sie im B2B Marketing grossartige Ergebnisse erzielen.

9. Die Preise für B2C Influencer Kampagnen sind transparenter als für B2B

Während der Markt für die Vermarktung an Konsument:innen einen Durchschnittspreis von CHF 200-1000+ pro Influencer Post auf Social Media diktiert, ist dies beim B2B Influencer Marketing gar nicht so eindeutig.

Der Wert, den Fachexpert:innnen für deinen Brand erbringen können, indem sie dir helfen, dein Unternehmen zu vermarkten, ist immens. Sie können Verbindungen zur Branche herstellen, dein Unternehmen in den Augen vieler Beteiligter in der Nische aufwerten und zu Verkäufen führen – Verkäufe, die im B2B Bereich in die Millionen gehen können, im Gegensatz zu den kleinen Käufen, die B2C Influencer:innen meist erreichen.

Und wie wir gesehen haben, ist diese Art des Marketings wirklich nur als langfristige Strategie effektiv. Brands sollten bereit sein, eine langfristige finanzielle Investition in ihre B2B Influencer:innen zu tätigen, um die Glaubwürdigkeit und den Erfolg sicherzustellen.

10. B2B Influencer Marketing ist schwieriger zu messen

Es ist einfacher, die Ergebnisse deiner B2C Influencer Marketing Kampagnen zu messen. Sie können die Anzahl der Impressions jedes Beitrags aufzeichnen, wie viele Menschen sich mit dem Beitrag beschäftigt haben, wie viele auf einen Affiliate-Link geklickt haben und wie viele Verkäufe damit generiert wurden.

Aber wie wir bereits erwähnt haben, ist der B2B Kaufprozess komplexer. Interessent:innen werden niemals nur auf einen Beitrag auf Social Media klicken und dein Produkt sofort bestellen. Ihre Entscheidung ist viel komplizierter als das. Sie müssen mit anderen Teammitgliedern und Vorgesetzten darüber sprechen … und das braucht einfach viel mehr Zeit.

Es ist also schwer zu sagen, welche deiner Posts eine Wirkung hatten – oder nicht. Letztendlich ist es die Summe deiner Marketingbotschaften, die über einen langen Zeitraum verschickt werden und eine tiefere Beziehung zu den potenziellen Kund:innen aufbauen, die zum Verkauf führen wird. Es ist schwer, einen einzelnen Faktor zu isolieren, der zum Erfolg geführt hat.

Daher ist es wichtig, im B2B Influencer Marketing geduldig zu sein, da man erst Monate später prüfen kann, ob die Strategie funktioniert hat. Hinterfrage deshalb deine Marketingbemühungen nicht zu früh.

Fazit

Hier hast du sie, die 10 wichtigsten Unterschiede zwischen Influencer Marketing für B2B und B2C Unternehmen! Wir hoffen, dass du dadurch mehr Klarheit bei der Planung deiner nächsten Influencer Marketing Kampagne erhalten hast. Solltest du Hilfe bei der Umsetzung deiner Kampagne benötigen, kannst du dich gerne an uns wenden.

Die heilende Rolle von Influencern – insbesondere in Zeiten nach der Pandemie

Es ist kein Geheimnis, dass die Pandemie und die Lockdowns weltweit weitreichende, langfristige und verheerende Folgen hinterlassen haben. Von der Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit, verzögerten Krebsbehandlungen und Gewichtszunahmen bis hin zur wirtschaftlichen Verwüstung und dem Verlust von Bildung. Während sich die Welt auf den Wiederaufbau bewegt, können Influencer:innen und Influencer Marketing eine Vielzahl hilfreicher Rollen spielen. 

Influencer:innen als Vorbilder

Influencer:innen sind wichtige Stimmen in der Gesellschaft und fungieren als Vorbilder, ob sie es wollen oder nicht. Insbesondere sind Influencer:innen oft Stimmen der jungen Community und ein wirksames Mittel, um mit jungen Menschen in Kontakt zu treten. 

Das Verhalten von Influencer:innen spiegelt ihre Community wider. Während der gesamten Pandemie konnten sie mit positivem Beispiel vorangehen, indem sie die Regeln und Beschränkungen sorgfältig einhielten und auf ihre eigene Gesundheit achteten.

Das Vorleben eines gesunden und aktiven Lebens 

Viele Influencer:innen konzentrieren sich auf eine gesunde Lebensweise. Ein solches Verhalten vorzuleben ist während und nach der Pandemie besonders wichtig. Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das Immunsystem der Menschen zu stärken, um bei Bedarf eine Vielzahl von Infektionen abwehren zu können. 

Der Begriff «aktiver Lifestyle» bezieht sich in der Regel auf Fitness. Influencer:innen können jedoch auch die Erholung nach einer Pandemie unterstützen, indem sie ein aktives und soziales Leben führen. Wenn die Communities sehen, wie sie sich an Reisen, Essen, sozialen Veranstaltungen und vielem mehr beteiligen, können Influencer:innen Inspiration und Bestätigung der Sicherheit solcher Aktivitäten bieten – natürlich unter Berücksichtigung der offiziellen Sicherheitsrichtlinien, um dies verantwortungsbewusst zu tun. 
Während die Menschen wieder in ein aktives soziales Leben zurückkehren und an immer grösseren Versammlungen teilnehmen, können Influencer:innen als Wegbereiter dienen und dazu beitragen, dass die «neue» Normalität weniger beängstigend und einschüchternd wirkt. Indem sie diese Verhaltensweisen zeigen, können Influencer:innen helfen, Kontakte zu knüpfen, damit sie nachvollziehbarer sind und einen sicheren Weg für ihre Follower ebnen, dem sie folgen können.

Rolle der Influencer.

Unterstützung des Wirtschaftswachstums

Die wirtschaftlichen Verheerungen von Lockdowns treffen einige Branchen viel härter als andere. Die Weltwirtschaft könnte alleine durch die Auswirkungen von COVID-19 auf den Tourismus über 4 Billionen US-Dollar verlieren. Reisen ist seit jeher ein beliebtes Thema auf den Social Media Plattformen. Influencer:innen können ein positives Beispiel setzen, indem sie wieder damit beginnen aktiv zu reisen und Hotels, Restaurants sowie Touristenziele geniessen und gleichzeitig die Richtlinien und Vorschriften der Länder für die Pandemie einhalten. 

Während viele Arbeitsplätze durch Lockdowns abgebaut wurden, herrscht in einigen Regionen Arbeitskräftemangel. Influencer:innen könnten auch dabei helfen, junge Menschen über offene Stellen zu informieren, die sie vielleicht nicht in Betracht gezogen hätten, und so die Einstellung von Arbeitskräften und den wirtschaftlichen Aufschwung weiter vorantreiben. 
Die Menschen nutzen die sozialen Medien gerne, um über die Aktivitäten in ihrer lokalen Community auf dem Laufenden zu bleiben. Indem sie auf lokale Unternehmen aufmerksam machen, können Influencer:innen ihre Unterstützung auf die bedürftigsten Unternehmen lenken, zu denen sie eine persönliche Beziehung haben. Der Reiseblog Family of 5 (F05)bot beispielsweise den vielen kleinen Unternehmen, die von der Pandemie betroffen waren, Unterstützung an.

Zur Impfung ermutigen, während private Themen immer öffentlicher werden 

Rolle der Influencer. Zur Impfung ermutigen, während private Themen immer öffentlicher werden 

Diese Zahlen ändern sich schnell, aber derzeit sind 52,51% der Bevölkerung in der Schweiz vollständig geimpft. In den USA liegt der Prozentsatz bei 53,55%. Während sich immer mehr Menschen impfen lassen, haben sich die Raten in den USA und in Europa verlangsamt. Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens arbeiten daran, die Impfung weiterhin zu fördern. 

Während einige Influencer:innen zögern, sich zu einem Thema zu äussern, das politisch geworden ist, haben sich viele dazu entschlossen, ihre Unterstützung für Impfungen öffentlich zu machen. Gesundheit war oft eine private Angelegenheit, aber jetzt müssen wir den Wandel erkennen, da sich viele dafür entscheiden, bestimmte Aspekte ihres Gesundheitszustandes öffentlich zu teilen. Insbesondere Infleuncer:innen können als effektiver Berührungspunkt mit jungen Menschen dienen.

Influencer Marketing ist das richtige Tool 

Influencer Marketing ist das richtige Tool, weil es von jungen Menschen ernst genommen wird und sie es oft mehr wahrnehmen als andere Medien und Werbung. Viele Menschen haben mehr Vertrauen in Influencer:innen als in traditionelles Marketing. So misstrauen beispielsweise 84% der Millennials der traditionellen Werbung. Die Schweizer Regierung hat eine Marketing Agentur beauftragt, die Öffentlichkeit über die Pandemie aufzuklären. Die Agentur investierte zunächst in traditionelle Werbung und arbeitet seit kurzem auch mit Influencern zusammen. 

Wir haben eine Reihe effektiver Kampagnen mit Influencern gesehen, wie das TikTok Interview von Aditotoro mit dem Schweizer Politiker Alain Berset, das auf TikTok und YouTube geteilt wurde. Berset beantwortete Fragen und erläuterte die Bedeutung der bestehenden Lockdowns und Einschränkungen.

Die Rolle von Comedians und Podcasts

Wenn Menschen Informationen über Infektionskrankheiten benötigen, wenden sie sich normalerweise nicht an Comedians. Comedians haben jedoch eine interessante und hilfreiche Rolle bei der Pandemie gespielt. Zeki hat viele Witze sowohl über COVID-19 als auch Alain Berset gemacht, und zwar auf eine gutmütige, nicht beleidigende Art und Weise. Humor ist eine konstruktive Art, mit verschiedenen Herausforderungen umzugehen. Zweiammorge, ein Comedy- und Meme Kanal, brachte ebenfalls die dringend benötigte Kürze in die sozialen Medien.

In der ersten Welle der Pandemie dienten Podcasts als eine der wichtigsten Informationsquellen und sind auch heute noch ein nützliches Instrument der sozialen Medien für Wissenschaftler:innen. So sprach Stefan Besser mit Politikern und Epidemiologen der Regierung. Influencer:innen fungieren als Sprachrohr der Gemeinschaft und gaben durch Interviews mit Expert:innen wichtige Informationen an ihr Publikum weiter.  

Rolle der Influencer. Die Rolle von Comedians und Podcasts

Influencer:innen helfen bei den Herausforderungen der Gesellschaft 

Während Influencer:innen in der Regel Botschaften verbreiten, denen andere folgen können, können sie auch als Ventil für ihre Follower:innen dienen, um ihre Meinung zu äussern. Influencer:innen können Communities dabei helfen, schwierige Probleme zu lösen und jüngeren Menschen eine Stimme zu geben. Viele Schweizer Influencer:innen haben Menschen auf der Strasse interviewt und dabei interessante Erkenntnisse gewonnen. Der TikToker Joung Gustav hat sich beispielsweise während des Lockdowns mit Menschen in Stadelhofen getroffen und mit ihnen Videos gedreht, die einen genaueren Einblick in ihre Sichtweise gaben. Solche Beiträge können einer breiteren Gruppe von Menschen eine ungefilterte Plattform bieten und über die Stimmen in den Nachrichtenmedien hinausgehen. 
Anja Lapčević, Chief Influence Officer und Co-CEO von Kingfluencers, ist sich bewusst, dass Menschen, die in sozialen Medien aktiv sind, eine gewisse Verantwortung tragen. Ihre Vision, bewusstes Verhalten im Influencer Marketing zu fördern, veranlasste sie, Conscious Influence Hub (CIH), eine gemeinnützige NGO, mitzugründen.

Viele Influencer:innen können als Inspirationsquelle dienen

Viele Influencer:innen können als Inspirationsquelle dienen

Viele der Top Influencer:innen sind grosse Superstars. Aber auch diejenigen mit einer kleineren Fangemeinde können als Quelle der Inspiration, Heilung und Unterstützung dienen. Oft haben solche Mikro Influencer:innen engere Verbindungen zu ihren Communities, was zu einer grösseren Wirkung führt. Im Gegensatz zu grossen Stars sind sie ganz normale Menschen, die ein Leben führen, mit dem wir uns identifizieren können und die die Macht haben, uns zu inspirieren, indem sie zeigen, dass wir alle Grosses erreichen können. Influencer:innen ermutigen die Menschen sich nicht zu scheuen, ihre eigene Kreativität und Fantasie zu zeigen, sei es auf witzige oder ernste Art und Weise. Wir alle verdienen eine Plattform und die Möglichkeit, unsere Ideen mit der Welt zu teilen. 

Wenn du mit Influencern zusammenarbeiten möchtest, um den Wiederaufbau nach der Pandemie zu unterstützen, wende dich an Kingfluencers, damit wir dir helfen können, die perfekten Influencer:innen zu finden und die Kampagnen so zu gestalten, dass du deine Ziele erreichst. 

Author: Megan Bozman, Owner @Boz Content Marketing

Influencer:innen und Politik: Sollten man sich äussern?


Soziale Medien werden nicht nur dazu genutzt, Urlaubsbilder oder das Outfit des Tages zu posten. Viele Nutzer:innen, darunter auch Influencer:innen, machen auch auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam und ermutigen ihre Follower:innen zu Aktionen wie Wahlen oder der Teilnahme an Protesten. Was sind die Vor- und Nachteile, wenn man auf Social Media Stellung bezieht oder sich politisch neutral verhält? 

Ob es dir gefällt oder nicht, die Politik ist überall um uns herum und beeinflusst unser tägliches Leben auf viele direkte und indirekte Arten. Sie ist ein Gesprächsthema in der Familie und unter Freund:innen. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern ist es in der Schweiz immer noch ein Tabu, über Politik zu sprechen. Dieses Phänomen lässt sich auch online beobachten, unter anderem im Verhalten von Influencer:innen. Ein gutes Beispiel ist das Abstimmungsverhalten. Alle paar Monate, während der Initiativsaison, teilen immer mehr Creators und Influencer.innen Informationen über die verschiedenen Initiativen. Viele teilen keine Pro- oder Kontra-Informationen, sondern fordern ihre Communities auf, abzustimmen. Vielen ist auch klar, dass sich die Politik gerade jetzt auf unser tägliches Leben auswirkt. „Gerade jetzt, wo die Pandemie uns alle betrifft, ist es für alle klar, dass die Politik einen grossen Einfluss auf unser persönliches Leben hat“, sagt Andri Silberschmidt, Mitglied des Schweizer Nationalrats (FDP).

Influencer und Politik

Influencer:innen können einen erheblichen Einfluss auf den Ausgang von Abstimmungen haben. So könnte man sogar sagen, dass das Referendum für die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht, das am 26. September 2021 stattfand, von den Schweizer Wähler:innen dank der Marketingkampagnen des Komitees Ehe Für Alle und Social Media mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Viele Schweizer Influencer:innen, darunter auch solche, die sich normalerweise nicht am gesellschaftspolitischen Dialog beteiligen, wie Steven Epprecht, haben sich zu Wort gemeldet und ihre Community ermutigt, mit „Ja“ zu stimmen. Auch Autor:innen von Inhalten und gelegentliche Social-Media-Nutzer:innen haben ihre Meinung geäussert und ihre Unterstützung gezeigt. Selbst normalerweise politisch neutrale Marken wie Ikea Schweiz haben ihre Unterstützung für das Referendum sowohl online als auch offline gezeigt. 

Sollten Influencer:innen zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung beziehen?

Einerseits sind die meisten Influencer:innen, genau wie viele von uns, keine politischen Experten:innen. Andererseits haben Influencer:innen die Macht und eine indirekte Verantwortung, ihre grosse Reichweite zu nutzen und auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen. Diese Debatte wird schon seit Jahren geführt und wurde im letzten Jahr durch die Black-Lives-Matter-Bewegung deutlich, bei der sich viele Influencer:innen und Content Creator:innen weltweit mit grossen und kleinen Communities zu Wort meldeten. Tatsache ist, dass Influencer:innen, egal ob sie über politische Themen sprechen oder nicht, kritisiert werden.

Natürlich sind Influencer:innen nicht verpflichtet, über politische Themen zu sprechen, genauso wenig wie Politiker:innen verpflichtet sind, „einen Lifestyle-Blog zu führen oder Reiseberichte zu schreiben“, wie Michael Walter es so schön formuliert. Als Faustregel empfiehlt Andri Silberschmidt, dass sich nur diejenigen online engagieren sollten, die sich dafür begeistern können. Jede:r hat das Recht und das Privileg, sich in der Schweiz eine eigene Meinung zu bilden und abzustimmen. 

Die Vorteile von Influencer:innen, die zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung beziehen

Influencer:innen haben eine grosse Reichweite und können die Wahrnehmung von Tausenden, wenn nicht Hunderttausenden von Menschen beeinflussen. Wenn sie ihr Publikum dazu bewegen können, ein Produkt zu kaufen, warum sollten sie es dann nicht auch dazu bewegen, positive Veränderungen in der Welt zu bewirken und politische Themen zu diskutieren? Wie die Lifestyle-Bloggerin und digitale Unternehmerin Slavia Karlen sagte: „Sich nicht zu politischen Themen zu äussern, ist eine verpasste Gelegenheit, einen politischen Dialog zu führen.“ Der Schweizer Politiker und Nationalrat Andri Silberschmidt pflichtet dieser Aussage bei: „Ich finde es cool und freue mich immer, wenn sich Influencer:innen an politischen Diskussionen beteiligen. Auch wenn sie nicht die gleiche Meinung haben wie ich, ist es bereichernd, weil es die Diskussion fördert.“ 

Ein weiterer Grund, warum sich Influencer:innen gesellschaftspolitisch engagieren sollten, vor allem, wenn sie sich für bestimmte Themen begeistern, ist, dass sie die Welt auf positive Weise verändern können. Sagte die Musikerin und freimütige Influencerin Moo Malika in unserem Clubhouse-Talk im April 2021: „Ich denke mir eigentlich immer, dass wütende Menschen die Welt verändert haben. Es waren nicht die, die sich nicht getraut haben, etwas zu sagen, sondern die, die sich getraut haben und auf die Strasse gegangen sind. Ich bin der Meinung, dass man auf Missstände aufmerksam machen muss.“ Gerade die Generation Z hört nicht unbedingt auf Politiker:innen oder traditionelle Prominente, aber sie lässt sich von ihren Lieblingsinfluencer:innen beeinflussen. 

Influencer:innen haben eine einzigartige Position, um zu informieren und aufzuklären, und müssen bei der Ausübung dieser Macht verantwortungsvoll handeln. Influencer:innen können ihren Communities eine Plattform bieten und ihre Stimmen für Anliegen, die ihnen am Herzen liegen, verstärken.  

Von den fast 5,5 Millionen stimmberechtigten Schweizer:innen haben im Jahr 2020 49,3 % an den Abstimmungen teilgenommen. Nach Angaben der Abteilung Schweizer Jugendparlamente geht fast die Hälfte der Schweizer Stimmberechtigten zwischen 66 und 75 Jahren immer an die Urne, während fast zwei Drittel der Stimmberechtigten zwischen 18 und 35 Jahren nie oder nur selten abstimmen. Jüngere Wähler:innen neigen dazu, selektiv abzustimmen und sich nur an Initiativen zu beteiligen, die ihnen wirklich am Herzen liegen. Wie bei den jüngsten Initiativen in der Schweiz zu beobachten war, z. B. bei der Volksabstimmung über die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht im September 2021, haben die sozialen Medien einen grossen Einfluss gehabt und die Beteiligung junger Wähler:innen erheblich gesteigert. Influencer:innen, Content Creator:innen und Casual-Social-Media-Nutzer:innen haben ihre Communities ermutigt, zur Wahlurne zu gehen, und es hat funktioniert: Die Beteiligung der Schweizer Stimmberechtigten ist auf 52,6 % gestiegen und 64,10 % haben mit Ja gestimmt.

Influencer und Politik. Von den fast 5,5 Millionen stimmberechtigten Schweizer:innen haben im Jahr 2020

Die Schattenseiten des Engagements von Influencer:innen

Influencer und Politik

Andererseits kann das Äussern der eigenen Meinung, wenn es nicht sorgfältig gehandhabt und richtig kommuniziert wird, zu etwas führen, das viele Influencer:innen fürchten: gecancelt zu werden. So geschehen zum Beispiel bei der ehemaligen Freestyle-Skifahrerin Miriam Jäger, die aufgrund ihrer Beiträge im Juni 2020, in denen sie sich kritisch zu den Black-Lives-Matter-Demonstrationen in zahlreichen Schweizer Grossstädten äusserte, bis heute in ihren Kommentaren eingeschränkt ist. Dies kostete sie auch einen Influencer-Deal mit der Schweizerischen Post

Ein einfacher Grund, warum sich Influencer:innen nicht in politische Themen einmischen sollten, ist die Tatsache, dass sie keine politischen Experten:innen sind. Wie Anastasia Casaluci, Content Creatorin von Beauty- und Lifestyle-Inhalten, sagte: „Dafür sind Politiker:innen da. Wir können nicht alles machen. Viele Leute wissen einfach nicht genug über das Thema, und ich denke, dass man bestimmte Dinge einfach den Experten:innen auf dem Gebiet überlassen sollte.“

Darüber hinaus haben Influencer:innen mehr als nur ihre Community, die jeden ihrer Schritte beobachtet. Wichtige Interessengruppen wie Agenturen, Arbeitgeber:innen und die Presse sind immer auf dem Laufenden, was die Online-Aktivitäten ihrer Influencer:innen betrifft. Eine falsche Bewegung und die Karriere eines oder einer Influencer:in kann sich negativ auswirken. Aus diesem Grund hält sich der Unternehmer, Model und Content Creator Michael Walter meist zurück, wenn es darum geht, sich zu gesellschaftspolitischen Themen zu äussern: „Ich frage mich immer wieder, wie weit ich in den sozialen Medien gehen sollte und inwieweit ich meine Meinung zu gesellschaftspolitischen Themen äussern sollte.“

Ein weiterer einfacher Grund, warum sich Influencer:innen nicht in politische Themen einmischen, ist die Tatsache, dass sie ein sehr geschäftiges Leben mit mehreren Jobs und den verschiedenen Hüten führen, die sie als Influencer:innen tragen, d. h. Administrator:innen, Buchhalter:innen, Marketer:innen, Autor:innen, Fotograf:innen usw. Die meisten Influencer:innen in der Schweiz arbeiten nebenberuflich als Influencer:innen. Das Influencer-Dasein besteht aus mehr als dem Posten von Bildern und Videos und dem Beantworten von Kommentaren auf sozialen Medien. Es stecken viele Stunden Arbeit hinter einem Beitrag. „Und mit (einem) Job(s), Familie, Hund, etc. bleibt nicht viel Zeit zum Politisieren“, wie der digitale Creator Fabio Zerzuben offen sagt.  

Influencer und Politik. Ein weiterer einfacher Grund

Wer hat Recht, wenn er Recht hat?

Damit sprechen wir die Tatsache an, dass die Frage aller Fragen lautet: Was ist RICHTIG? Du magst zum Beispiel denken, dass Donald Trump ein schlechter Mensch ist und keine Wahlen gewinnen sollte, weil sein Programm schlecht ist, aber das ist alles sehr persönlich, abgesehen von universellen Werten, und für jemand anderen mag er die richtige Wahl sein. Oder Abtreibung mag für dich ein Mord sein, aber nicht für ein Vergewaltigungsopfer … ein sehr wichtiger Punkt, den man berücksichtigen muss, ist also, dass man, bevor man sich zu Wort meldet und Menschen beeinflusst, besser zu 100 % sicher sein sollte, dass man auf der richtigen Seite der Geschichte steht, und wenn nicht, oder wenn man nicht alle Informationen hat, um eine fundierte Aussage zu machen, sollte man als jemanden, der die Macht hat, dies zu tun, die Menschen überhaupt beeinflussen? Es handelt sich um eine ethische Frage, die man bedenken sollte! 

Im Laufe der Geschichte haben mächtige Menschen auf eine Art und Weise gehandelt, die sich als falsch informiert und sogar gefährlich erwiesen hat, wie z. B. Ärzte, die für das Zigarettenrauchen warben. Wenn Influencer:innen erwägen, zu einem Thema Stellung zu beziehen, ist es wichtig, dass sie gut informiert sind. Aus ethischer Sicht haben Influencer:innen Macht und müssen sicher sein, dass sie verantwortungsbewusst handeln.

Tipps und Tricks direkt von den Influencer:innen

Wenn du dich für einen Dialog über gesellschaftspolitische Themen entscheidest, haben wir einige Tipps für Influencer:innen sowie für alle, die sich in den sozialen Medien engagieren zusammengestellt. Im Anschluss findest du exklusive Tipps von unseren Influencer:innen sowie von Andri Silberschmidt und eine Anleitung des Conscious Influence Hub (CIH).

  1. Informiere dich, bevor du deine Meinung veröffentlichst
TikTokerin wemmse

TikTokerin wemmse erklärte: „Online äussere ich mich nur zu einem Thema, wenn ich mich gut informiert fühle und von meinem Standpunkt überzeugt bin. Aber ich stelle oft aufschlussreiche Beiträge in meine Story, damit diejenigen, die sich informieren wollen, dies auch tun können.“

Prüfe immer die Fakten. Prüfe deine Informationsquellen und informiere dich, bevor du andere informierst.

  1. Humor einbringen

Zieh Humor in Betracht, insbesondere wenn du normalerweise keine ernsten Inhalte veröffentlichst. Der Satiriker Hamza Raya sagt: „Indirekt beteilige ich mich, indem ich als Satiriker zur Meinungsbildung beitrage.“

  1. Bedenke, dass Worte Konsequenzen haben können

Als Influencer:in können deine Worte Konsequenzen haben, wenn du nicht aufpasst. Die Bloggerin und Nachhaltigkeitsaktivistin Anina Mutter hat sich von Beginn ihrer Karriere als Bloggerin an einige Grundregeln gesetzt: „Meine Grundregeln sind, dass ich mich nur dann äussere, wenn ich mir wirklich sicher bin, dass ich hinter meiner Aussage stehen kann und weiss, wovon ich spreche (natürlich kann ich mich da auch irren). Ich hole mir auch den Rat von Experten:innen, wenn ich unsicher bin. Oder ich erlaube mir (vorerst), nichts zu sagen, wenn ich mir nicht sicher bin.“ Slavia warnt: „Man muss aufpassen, was man sagt, denn wenn man auch nur eine minimal andere Meinung hat, kann das leider sehr schnell in einem Shitstorm enden.“

  1. Lass den Leuten ihre eigene Meinung.

Informiere und schlage vor, aber dränge dich nicht auf. Verstehe, dass das, was für dich das Richtige ist, für jemand anderen vielleicht nicht das Richtige ist, unabhängig von dessen Motiven.

  1. Fakten gegenüber Emotionen hervorheben

Sprich hauptsächlich mit Fakten und nicht mit Emotionen. Sprich nur dann mit Emotionen, wenn die objektiven Fakten deine Behauptungen unterstützen.

  1. Aggression vermeiden

Greif nicht aggressiv oder beleidigend an. Respektiere die Meinung anderer, aber suche konstruktiv nach einer gemeinsamen Basis, anstatt zu kämpfen. 

Andri Silberschmidts exklusive Grundregeln für alle Nutzer:innen sozialer Medien:

  1. Sei respektvoll und bewahre den Anstand

So etwas wie eine falsche Meinung gibt es nicht. Auch wenn du anderer Meinung bist, verhalte dich mit guten Manieren und Anstand.

Sei respektvoll und bewahre den Anstand
  1. Hören deinem oder deiner Gesprächspartner:in zu

Auch wenn sie oder er nicht dieselbe Meinung hat wie du.

  1. Sei transparent in Bezug auf deine eigenen Interessen

Wenn du z.B. ein:e Influencer:in für einen Biobauern bist und eine klare Meinung zum Umweltschutz hast, dann sage das von Anfang an, damit es nicht jemand später herausfindet und deine Meinung dann nicht ernst nimmt. Es muss klar sein, dass du deine Meinung aus ideologischen Gründen und nicht aus finanziellen Gründen vertrittst.  

  1. Förderung von Diskussionen

Nutze die Plattformen nicht nur, um deine Meinung zu äussern, sondern um Diskussionen zu fördern und Lösungen zu finden.

Welche Initiativen stehen an?

Am 28. November stimmen wir über die Richterinitiative und die Krankenpflege-Initiative ab, für die viele Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger sowie Angehörige der Gesundheitsberufe in den sozialen Medien werben, damit die Menschen mit JA stimmen. Auch über die Änderung des COVID-19-Gesetzes wird abgestimmt. Das Gesetz ist sehr umstritten und wird in den sozialen Medien und sogar auf Plakatwänden breit diskutiert.

Schlussfolgerung

Es gibt viele Vor- und Nachteile, sich an politischen Debatten zu beteiligen, und es ist letztlich eine persönliche Entscheidung. Es ist vernünftig, wenn sich Influencer:innen aus dem Geschehen heraushalten wollen, aber für diejenigen, die sich mutig einmischen, ist es wichtig, dass sie dies verantwortungsvoll und ethisch korrekt tun. Du musst dir über die möglichen Auswirkungen deines Handelns im Klaren sein und andere Ansichten respektieren.

Und an alle Schweizerinnen und Schweizer da draussen: Deine Stimme ist deine Stimme, also geh wählen! Auch wenn es sich so anfühlt, als ob deine Stimme nicht wirklich zählt, wird sie immer einen Unterschied machen.

Schlussfolgerung

Author: Sherriene Redha, Junior Social Media and Community Manager

Co-Author: Megan Bozman, Owner @Boz Content Marketing

Creator Portraits – Bad Vibes – Kooperation mit 20 Minuten

In Zusammenarbeit mit 20 Minuten haben wir eine Reihe von Creator Portraits erstellt: Influencer:innen kommen aus verschiedenen Bereichen, haben unterschiedliche Geschichten und sind in verschiedenen Nischen tätig, von Nachhaltigkeitsblogger:innen bis hin zu TikToker:innen und YouTuber:innen. Schau dir diese unten an und stay tuned für mehr!

Lerne die Nachhaltigkeitsbloggerin Anina Mutter kennen

Lerne TikToker Kirs8an kennen

Lerne YouTuberin Nathistyle kennen

LerneTikTokerin Almost.Cesca kennen

Du möchtest mehr über unser Influencer Marketing erfahren? Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme!

Erfolgreich als Influencer:in – Tipps von erfolgreichen Schweizer Influencern:innen

Basierend auf dem GFM – Kingfluencers Webinar vom 9.12.2020

Kingfluencers und gfm haben kürzlich ein Webinar zum Thema „Influencer Marketing – ein Blick in die Zukunft“ veranstaltet. Die Aufzeichnung des Webinars kannst Du hier ansehen und wir haben die besten Tipps unserer Referenten sowie eine Best-Practice-Checkliste für Influencer:innen zusammengestellt. Unsere Referenten sind zwei erfolgreiche Schweizer Influencer:innen, Antonella Patitucci, Schauspielerin, Moderatorin, Coach, Content Creatorin, und Steven Epprecht, Founder @ Strategy Leaders, Consultant, Content Creator.

Interessieren Sie sich mehr für die Markenperspektive? Schauen Sie sich unseren früheren Artikel hier an.

Leisten Sie Arbeit und seien Sie leidenschaftlich

Zunächst haben wir unsere Influencer:innen gefragt, was die wichtigsten Voraussetzungen sind, um ein:e Influencer:in zu sein, unter anderem, dass man sich anstrengt und leidenschaftlich ist. Steven merkte an, dass es einfacher aussieht, als es ist. Seien Sie leidenschaftlich bei Ihrem Hauptthema auf Ihrem Konto und lassen Sie Ihre Community daran teilhaben. 

Antonella empfahl, herauszufinden, welche Art von Influencer:in man ist und was für einen am besten geeignet ist, und dann bei dieser Entscheidung zu bleiben. Wähle die Kanäle aus, auf denen Du aktiv sein willst, und berücksichtige dabei die verschiedenen Medientypen, und entwickle dann eine Strategie, um dort präsent zu sein. „Ich spreche viel und ich weiß, dass meine Community gerne zuhört“, sagt Antonella.

Bau eine Beziehung zu deiner Community auf. Deine Community möchte irgendwie an deinem Leben teilhaben, also interagiere und engagiere dich mit ihr, was ebenfalls zum Aufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit beiträgt.

Ein:e Influencer:in zu werden bedeutet, eine persönliche Marke zu schaffen, die alle Faktoren einer Marke beinhaltet. Als Marke musst du eine Strategie haben, wie du auf den verschiedenen Kanälen präsent sein kannst.

Mehrwert für Marken schaffen

Antonella fügte hinzu: „Bei der Schaffung von Mehrwert für Marken ist das erste und wichtigste, dass es eine Übereinstimmung gibt. Man muss das Produkt benutzen. Ich glaube, dass alle Menschen in meiner Community spüren können, ob ich es nur mache, weil mir jemand Geld angeboten hat, oder ob ich das Produkt wirklich benutze.

”Der Wert liegt darin, seine eigene Geschichte zu erzählen und Emotionen dahinter zu setzen. Geben Sie dem Produkt ein Gesicht, so dass die Menschen sich damit identifizieren können. Erzählen deine eigene Geschichte und Meinung. Ein Produkt allein ist ein Bild, aber mit dir und deiner Geschichte ist es wie ein Film..

”Außerdem solltest Du längerfristige Kooperationen eingehen, anstatt nur 1 oder 2 Beiträge zu veröffentlichen. Marken profitieren am meisten von Kampagnen, wenn es sich um eine längerfristige Partnerschaft handelt und nicht um einmalige Aktionen”

Steven erklärte: „Der wichtigste Vorteil, den ein:e Influencer:in für Marken hat, ist, dass wir unsere Community auf einer emotionalen Ebene erreichen können, was für Marken mit traditionellen Medienkampagnen schwierig sein kann. „Influencer-Geschichten sind ein glaubwürdiger Weg für Marken zu kommunizieren, und Influencer:innen können als echte Markenbotschafter dienen. Wir bieten der Marke einen anderen Ansatz, anstatt die Medien- und Marketingstrategie zu kopieren und in einen anderen Kanal einzufügen. Der/Die Influencer:in kommt mit der Marke und den Produkten in Berührung und erfindet seine eigene Geschichte, wie er sie in seinem täglichen Leben umsetzt.“

„Der Wert liegt darin, seine eigene Geschichte zu erzählen und Emotionen dahinter zu setzen. Geben Sie dem Produkt ein Gesicht, so dass die Menschen sich damit identifizieren können. Erzählen deine eigene Geschichte und Meinung. Ein Produkt allein ist ein Bild, aber mit dir und deiner Geschichte ist es wie ein Film.“

Sicherstellung der Authentizität

Da wir erkannt haben, dass Authentizität ein entscheidender Erfolgsfaktor ist, haben wir unsere Influencer:innen gefragt, wie sie das Vertrauen ihres Publikums erhalten.

Antonella riet: „Sei Du selbst, bleib bei deiner Meinung. Wenn du einen Fehler machst, entschuldige dich und ändere deine Meinung. Ich war am Anfang gegen TikTok und habe eine offizielle Erklärung abgegeben, dass es scheiße ist und nur für Kinder, und ich habe mich darüber lustig gemacht. Aber TikTok kam auf mich zu und wollte, dass ich es mache. Ich habe mir die Statistiken angeschaut und gesehen, dass das Publikum älter ist, als ich dachte. Ich habe recherchiert und meine Meinung geändert, ich habe in die Bildunterschrift geschrieben: ‚Erst habe ich es gehasst, dann habe ich gelacht, jetzt kopiere ich es.‘ Dann bleibt man authentisch, aber man muss ehrlich sein und seine Fehler, Höhen und Tiefen mit der Community teilen.“

Steven fügte hinzu: „Das Wichtigste ist, wenn ich mit einer Marke zusammenarbeite, ist es entscheidend, dass ich hinter dem Produkt stehen kann und es nicht nur ums Geld geht. Es gibt Leute, die das so machen, was dazu beiträgt, dass Influencer Marketing negativ gesehen wird. Als Model nehme ich schneller Aufträge an, denn es geht um mein Gesicht, nicht um meinen Namen. Aber auf meinen eigenen Kanälen sage ich, dass ich es empfehle und dass ich eine Verantwortung gegenüber meiner Community habe. Es ist wie eine Beziehung zu einem Freund. Ich überlege, ob ich das meiner Mutter oder einem Freund empfehlen würde. Sie vertrauen dir und du hast Glaubwürdigkeit, und damit solltest du nicht spielen, sonst wird es auf lange Sicht nicht funktionieren. Mach nur das, was dir liegt.“

„Ich unterscheide sogar die Art der Arbeit, die ich mache. Als Model nehme ich schneller Jobs an, weil es mein Gesicht ist, nicht mein Name. Aber auf meinen eigenen Kanälen sage ich, dass ich es empfehle und dass ich eine Verantwortung gegenüber meiner Community habe. Es ist wie eine Beziehung zu einem Freund.“

Mit Marketing Trends bewegen

Für Influencer:innen ist es wichtig, mit den Trends zu gehen, einschließlich der Interaktivität. Soziale Medien ermöglichen es den Verbrauchern, sich stärker einzubringen und zu interagieren. Dies führt zu Trends wie Umfragen, die Marken veranstalten, oder die Einholung von Verbraucherfeedback zu Themen wie der Entwicklung neuer Produkte. Mitarbeiter:innen, die soziale Medien nutzen, können auch als Markenbotschafter:innen fungieren.

Influencer Best Practices Checklist

  1. Sei leidenschaftlich bei deinem Hauptthema.
  2. Finde heraus, welche Art von Influencer:in Du bist, wähle deine Kanäle und halte dich an deine Entscheidungen.
  3. Interagieren und engagieren dich, um eine Beziehung zu deiner Community aufzubauen.
  4. Du hast eine Verantwortung gegenüber deiner Community. Behandel sie wie eine Beziehung zu einem Freund.
  5. Wenn Du für Marken wirbst, erzähle Deine eigene Geschichte und füge ihr Emotionen hinzu – kopiere nicht einfach die Marketingstrategie der Marke!
  6. Bewahre Vertrauen und Glaubwürdigkeit – werbe nur für Marken, hinter denen Du wirklich stehst.
  7. Strebe langfristige Markenkooperationen an.
  8. Sei Du selbst und bleibe bei Deiner Meinung.
  9. Wenn Du einen Fehler machst, entschuldige dich.

Top 6 Tipps für Influencer Marketing: Praktische Tipps von Universal Schweiz

Basierend auf dem GFM — Kingfluencers Webinar vom 9. Dezember 2020

Influencer Marketing hat das Potenzial, aussergewöhnliche Gewinne für Marken zu erzielen, von der Bekanntheit und emotionalen Bindung an Konsumenten bis hin zu Konversionen und Verkäufen. Aber wie jede Marketing-Initiative muss es richtig ausgeführt werden, was einen massgeschneiderten Ansatz für Ihre einzigartige Marke beinhalten muss.

In einem Webinar im vergangenen Dezember hat Martina Klieber, Publicity Manager, Universal Pictures International Switzerland GmbH, ihre Erfahrungen mit Influencer Marketing geteilt. Sie können sich die Aufzeichnung des Webinars hier ansehen und im Folgenden finden Sie die Highlights..

Influencer Marketing in den Marketing-Mix einbinden

Als Influencer Marketing (IM) als eigenständige Disziplin aufkam, wurde es oft isoliert, obwohl es aufgrund vieler Attribute eine gute Ergänzung zu anderen Komponenten des Marketing-Mixes darstellt. Ein ganzheitlicher und integrierter Ansatz der Marketing-Disziplinen ist ideal. Immer mehr Unternehmen verstehen dies und beginnen daher, die Punkte zu verbinden, indem sie IM mit anderen Marketinginitiativen interagieren und diese beeinflussen lassen. Das Ergebnis ist eine höhere Effizienz und Wirkung, die es Marken ermöglicht, mit denselben Ressourcen mehr zu erreichen. Besonders wenn Influencer-Marketing-Inhalte in anderen Marketingbereichen wiederverwendet werden, kann der Ripple-Effekt dieser Integration äusserst fruchtbar sein.

Influencer Marketing. Martina Klieber

Jede Marke muss herausfinden, wo IM in Ihren Kampagnen am besten funktioniert. Im Laufe der Jahre haben wir mit IM experimentiert und es in unseren Mix integriert. Es hat sich als ein sehr effektiver und effizienter Weg erwiesen, um das zu erreichen, was wir unser ‚persuadable audience‘ nennen. Das ist in der Regel eine Gruppe, die mit linearem Fernsehen oder anderen Werbemedien schwerer zu erreichen ist, mit einer vielleicht kürzeren Aufmerksamkeitsspanne, aber mit einer grossen Akzeptanz für personalisierte und gezielte Werbung“, erklärt Martina.

Kampagnen zur Ermöglichung von Verbindungen

Universal Schweiz bewirbt nicht Universal Pictures als Marke, sondern einzelne Titel oder Film-Franchises wie „Fast and Furious“. Martina erklärt: „Social Media und Influencer Marketing haben die üblichen Gatekeeper zwischen Marken und Konsumenten ersetzt. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass IM ein mächtiges Werkzeug sein kann. Für uns bedeutet das, dass IM als integraler Bestandteil unserer Marketingkampagne uns die Möglichkeit bietet, ein Erlebnis und nicht ein Produkt zu bewerben. IM ist ein emotionaler, persönlicher und glaubwürdiger Ansatz, der von einem jüngeren Zielpublikum sehr gut angenommen wird.“

Influencer Marketing synchronisieren

Influencer Marketing ist nie eine alleinige Massnahme. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, ist es entscheidend, die Timelines zwischen Media- und IM-Kampagnen sorgfältig zu synchronisieren. Jeder einzelne Touchpoint ist idealerweise mit einem Kampagnen-Tentpole verknüpft, greift einen heissen neuen AV-Inhalt auf und unterstützt ein bestimmtes Kampagnenziel.

Sie müssen sich der Erzählung der Geschichte, die Sie erzählen wollen, bewusst sein. Sie können nicht einfach Lücken darin haben. Finden Sie den Raum, in dem es am besten passt“, sagt Martina.

Ein zweites Leben für Inhalte

Wenn es richtig gemacht wird, können IM-Inhalte einen zusätzlichen Wert bieten und in einem zweiten Lebenszyklus verwendet werden. Er kann in einer weiteren Kampagne gipfeln, indem er Presseberichterstattung erzeugt, in einer Markenplattform in einer eigenen Community verwendet wird oder sogar als Werbe- oder sogar Kommunikationsmaterial. Mit Influencer Marketing kann man sekundäre oder tertiäre Ziele erreichen. Ein kluger Einsatz der Inhalte bringt eine Reihe von Gewinnen und Vorteilen und steigert den ROI zusätzlich.

Die Wichtigkeit von guten Matches

Die Wichtigkeit von guten Matches

Martina described a campaign to promote the newest installment of a large franchise. “The campaign was particularly successful because of the perfect match we made. We challenged top influencers to create their own trailer, engaging their community and activating them to go see the film. The selected influencers were huge fans of the franchise and went above and beyond to create top content. Our confidence in their capability and creativity, combined with their enthusiasm for the project resulted in a massive overperformance,” Martina explained.

Der Erfolg von Universal zeigt, dass man grossen Erfolg haben kann, wenn der Influencer und die Community gut zur Marke passen, und der Influencer von der Marke begeistert ist und die Geschichte richtig erzählt.

Additionally, Martina noted that when creating marketing campaigns for local theatrical releases using local Darüber hinaus merkte Martina an, dass bei der Erstellung von Marketingkampagnen für lokale Kinostarts die Verwendung von lokalen Influencern aus Gründen der Glaubwürdigkeit und der lokalen Sprache sinnvoll ist, insbesondere in der Schweiz. Die Influencer helfen, die Lücke zu schliessen, die internationale Stars nicht schliessen können.

Influencer Marketing Best Practices Liste

Martina sagte zuerst: „Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass wir alles falsch und richtig gemacht haben“, und fuhr dann fort, eine aussergewöhnliche Liste von IM Best Practices zu nennen, die auf jahrelanger Erfahrung basiert.

1. Machen Sie den perfekte Match

Machen Sie das perfekte Match nicht nur mit den Influencern, sondern auch mit der Community. Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Statistiken der Influencer, ihre Community und ihr Konto zu werfen. Es ist schön, wenn Sie sich einen A-Listen-Promi leisten können, aber Ihr Budget ist vielleicht besser angelegt, wenn Sie eine kleinere oder homogenere Community wählen.

2. Access Expertise

Es gibt keine Möglichkeit zu sagen, wer der „beste“ Influencer ist, also investieren Sie Zeit, um den perfekten Match für Ihre Marke zu finden. Agenturen bieten Expertise und Daten, um Sie bei der Suche zu unterstützen. Hitlisten sind kein Ersatz für Expertise.

3. Sehen Sie den Content Creator, nicht die Plattform

Influencer sind mehr als nur eine Nummer in ihrem Profil. Nutzen Sie das Fachwissen und die Kreativität, die Content Creators bereit und in der Lage sind, einzubringen. Sie kennen ihre Community sehr gut. Geben Sie ihnen ein genaues Briefing, aber so viel Freiheit wie möglich.

4. Influencer sind keine gekauften Medien

Sie können sie vielleicht dafür bezahlen, dass sie einen bestimmten Slogan in die Kamera sagen, aber Communities können sehr streng mit Content Creators sein, die das tun. Wenn sie Ihnen sagen, dass das nicht funktionieren wird, hören Sie auf sie. Vielleicht haben sie eine bessere Idee, aber vielleicht sind sie nicht der perfekte Partner.

5. Lassen Sie Influencer das tun, was sie am besten können

Sagen Sie ihnen nicht, wie sie ihren Job machen sollen. IM hat ein riesiges Potenzial, komplizierte Marken und Erfahrungen zu verkaufen. Wenn Sie über die Geschichte nachdenken, die Sie mit Ihrer Marke erzählen wollen, können Influencer Ihnen eine gezielte, persönliche und glaubwürdige Stimme bieten, um diese Geschichte zu erzählen.

6. Seien Sie kreativ und mutig

Arbeiten Sie mit Influencern zusammen, die das richtige Mass an Kreativität mitbringen, unabhängig von ihrer Grösse. Machen Sie IM zu einem integralen Bestandteil Ihres Medienmixes, um Zielgruppen anzusprechen, die sonst schwieriger zu erreichen sind. Stimmen Sie die Zeitpläne für den Rest Ihrer Kampagnen sorgfältig aufeinander ab, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Top 6 ways to make influencer marketing work

Author: Megan Bozman, Owner @Boz Content Marketing

Zahl der Depressionen steigt um 15% an: Unsere Influencer:innen teilen ihre exklusiven Lockdown-Überlebenstipps!

Während die Welt mit einer zweiten (und in einigen Fällen sogar dritten) COVID-19-Welle zu kämpfen hat, fühlen sich viele aufgrund der zahlreichen Lockdowns, die sie innerhalb eines Jahres ertragen mussten, festgefahren, besiegt und hoffnungslos. Die Schweizer Regierung ordnete am 18. Januar 2021 einen „Mini-Lockdown“ an, was dazu führte, dass zahlreiche Geschäfte seit dem Ende des ersten Lockdowns erneut ihre Türen schliessen mussten. Kingfluencers hat daher einige Schweizer Influencer:innen gebeten, Tipps und Tricks zu teilen, um besser mit der Situation umzugehen.

Mittwoch, 13. Januar 2021: Der Schweizer Bundesrat hat angekündigt, dass ab dem kommenden Montag ein erneuter Teil-Lockdown bis Ende Februar verhängt wird. Millionen Menschen liessen dem Frust vom ersten Lockdown im vergangenen März wieder ihren Lauf. Jetzt geht es nochmal von vorne los, dachten viele. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich die Information wie ein digitales Lauffeuer und die Nation wusste, was sie ab Montag zu tun hatte, und die Strassen und Einkaufszentren begannen sich an diesem „letzten Wochenende“ landesweit zu überfüllen

Jetzt sind bereits vier Wochen seit dem Teil-Lockdown vergangen und auch den ersten Lockdown im März haben wir überstanden. Dennoch fühlen sich viele seit der Ankündigung des Teil-Lockdowns frustriert, verwirrt und verloren. Unsere Influencer:innen geben uns ihre Überlebenstipps und -tricks in ihren Spezialgebiete.

DIY & Hobbys

Lockdown. Doris Flury
Doris Flury präsentiert ihr fluffiges, frisch gebackenes Brot: Alles hausgemacht!

Eines der wenigen Vorteile des Lockdowns ist die zusätzlich gewonnene freie Zeit. Selbst wenn man das Glück hast, gesund und noch berufstätig zu sein, kann es sein, dass man abends nichts zu tun hat, wohingegen man vor der Pandemie normalerweise mit deinen Freunden oder deiner Familie unterwegs war. Nutze diese Zeit und probiere neue Dinge aus oder überdenke deine alten Hobbys, für die du zuvor geglaubt hast, nie Zeit zu haben. Die aus Österreich stammende Food-Bloggerin und dreifache Mutter Doris Flury hat während der Pandemie selbstgebackenes Brot gemacht und meint:

Es gibt nichts Besseres als frisch gebackenes Brot.

Auch die Nachhaltigkeits-Bloggerin und Schauspielerin Anina Mutter  empfiehlt „ein neues Instrument zu lernen oder zu Singen.“

Lockdown. Harmonie Matthey
Harmonie Matthey posiert stolz mit ihrem selbst-gemachten Kraken, den sie für ihre Tochter gebastelt hat

Harmonie Matthey, Neuenburger Bloggerin und Gründerin des Deko- und Interior-Onlineshops Au_numero_9, hatte eine lustige DIY-Idee. Ihre Tochter wünschte sich einen doppelseitig verwendbaren Plüsch-Oktopus, der die eigene Stimmung erkennen lässt. Eine Seite würde ein fröhliches Gesicht zeigen und die andere ein trauriges oder wütendes Gesicht. „Ich hätte ihn mit zwei Klicks bestellen können“, sagt Harmonie, „aber wir haben die Chance genutzt, ihn zu Hause einfach selbst zu basteln!

Etwas selber machen ist eine tolle Möglichkeit, aktiv zu sein und nicht zu den weltweiten Massenproduktionen beizutragen.

Wir haben eine DIY-Anleitung auf Etsy gefunden, sie nachgebaut und das Ergebnis gepostet. Jetzt haben wir einen wirklich coolen Oktopus zu Hause.“ Sie schätzt auch die Erfahrung beim Produzieren des eigenen Plüschtiers: „Es zu Hause zu machen, war eine lustige Erfahrung. Es ist also nicht nur ein neues, selbstgemachtes Spielzeug für meine Tochter, sondern auch eine tolle Erinnerung für uns!“

Lockdown. Steven Epprecht
Steven Epprecht hat die freien Abende seit dem ersten Einschluss genutzt, um seine Liebe zum Lesen wiederzuentdecken.

Man kann diesen Lockdown aber auch nutzen, um neue Hobbys auszuprobieren oder alte wiederzuentdecken, wie beispielsweise das Lesen. Viele von uns haben im Laufe der Jahre aus den unterschiedlichsten Gründen das Interesse am Lesen verloren, so auch Model, Event-Moderator und Influencer Steven Epprecht. Er hat aber seit dem ersten Lockdown im März 2020 wieder Gefallen am Lesen gefunden, zumal er vor der Pandemie abends immer unterwegs war.

Wenn man am Wochenende öfter zu Hause ist, hat man die Möglichkeit zu lesen. Ich finde es auch gut, um abzuschalten.

Netflix: Die Lieblingsserien unserer Influencer:innen für’s Binge-Watching zu Hause

Für diesen Artikel wurden die Influencer:innen auch gefragt, welche Serien sie gerade binge-watchen oder wieder anschauen. Zwei Serien, die mehrfach als All-Time-Favoriten auftauchten, waren die Netflix-Originale Narcos und Lupin.

Darüber hinaus waren die meisten Serien, welche von den Influencern erwähnt wurden, solche, die sie entweder erneut angeschaut haben oder solche, die sie erst nach dem Staffelende beginnen konnten, da sie (vor allem abends) endlich genügend Zeit dafür gefunden hatten sie nachzuholen. Die Shows, die genannt wurden, sind die folgenden:

  • How To Get Away With Murder
  • Revenge
  • Friends
  • The L-Word and The L-Word: Generation Q
  • Suits
  • Cable Girls
  • Breaking Bad
  • 24
  • Vikings

Wenn du aber auf der Suche nach aktuellen, fortlaufenden Serien bist, empfiehlt die Beauty-, Gesundheits- und Lifestyle-Expertin Frieda Hodel die Netflix-Originale Ozark und The Queen’s Gambit. TikToker und Virgin-Radio Co-Moderator Younes ist ausserdem ein Fan von Riverdale. Der aus Genf stammende TikToker Carly Réveil empfiehlt ebenfalls The Queen’s Gambit und Umbrella Academy.

Die exklusiven TikTok-Tipps von Carly Réveil und Younes Saggara

Es besteht definitiv kein Zweifel, dass TikTok seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 weltweit boomt. Laut Sensor Tower haben sie die Marke von 2 Milliarden Downloads nach dem besten Quartal für eine App aller Zeiten überschritten. Heute hat die virale soziale Kurzvideo-Plattform über 1 Milliarde aktive monatliche Zuschauer, wie Wallaroo Media kürzlich berichtete. Seit dem ersten weltweiten Lockdown haben die Nutzer:innen von TikTok nicht nur ihre durchschnittliche Verweildauer erhöht, sondern auch begonnen, ihre eigenen TikTok-Videos zu posten. TikTok-Nutzer haben Zugang zu vielen Genres von Kurzvideos, die entweder unterhaltsam oder informativ sein können, sei dies von der Teilnahme an viralen Tanz-Challenges bis hin zum Posten eigener Koch-, Finanz-, Studien- oder Modetipps.

Wir haben uns an zwei der vielen beliebten Schweizer TikToker gewandt, den Genfer Carly Réveil und den Virgin Radio Co-Moderator Younes Saggara, um mehr Tipps für aktuelle oder zukünftige TikTok-Creators zu entlocken.

Lockdown. Carly Réveil
Carly Réveil empfiehlt, dynamische TikTok-Videos zu posten, anstatt längere Videos zu veröffentlichen.

Carly mag TikTok besonders gerne, „weil viele Menschen sich daran erfreuen und neue Trends erfinden, die genauso verrückt sind wie sie selbst.“ Seine exklusiven Tipps sind hier aufgelistet:

  1. Poste regelmässig und mindestens einmal pro Woche, um eine enge Verbindung zu deinem Publikum herzustellen.“
  2. „Sei effektiv bei der Verbreitung von deinem Content. Es müssen keine langen Videos sein, aber sie müssen dynamisch sein und man muss sich fragen: Wenn ich auf dieses Video stossen würde und es wäre nicht meins, würde es mir trotzdem gefallen?“
  3. „Lass deinem Drang freien Lauf. Du brauchst keinen Content zu kreieren, um ein Star sein zu wollen, sondern um Spass und Freude daran zu haben. Wenn wir keinen Spass haben, können wir nicht motiviert bleiben und weiterhin hochwertigen Content produzieren.“
Younes Saggaras
Younes Saggaras TikTok-Erfolgstipps: Sei spontan und du selbst!

Younes hat noch weitere TikTok-Tipps für dich am Start:

  1. Sein grösster Tipp ist es, einfach sich selbst zu sein, denn es gibt dich nur einmal und das kann einem niemand wegnehmen.
  2. Solange man nicht gegen die Richtlinien von TikTok verstösst, sollte man seine Idee einfach umsetzen: “”Wenn dir eine coole Idee in den Sinn kommt, einfach machen und posten. Denke nicht daran, was andere von dir denken könnten.”
  3. Zudem meint er: “Lass dich von TikTok inspirieren. Dafür ist TikTok da.”

Steven Epprecht’s exklusive Hautpflege-Tipps für Männer

Steven Epprecht
Auch die Männerhaut braucht Pflege. Das sieht auch Steven Epprecht so!

Ein immer wiederkehrendes Thema, das seit der Pandemie öfters aufkommt, ist, dass Frauen weltweit darin übereinstimmen, dass man endlich genügend Zeit hat, sich selbst zu verwöhnen und sich Wellness-Tage zu Hause zu gönnen, sei es allein oder zusammen mit den Menschen, mit denen man lebt. Aber was ist mit den Männern? Auch ihre Haut braucht Liebe! Wir haben deshalb Steven Epprecht nach exklusiven Hautpflegetipps für Männer gefragt.

“Man sollte möglichst früh anfangen mit der Pflegeroutine“, sagt das Model und der Blogger/Influencer. „Männer sollten wirklich mehr darauf achten, um Falten vorzubeugen.“ Er teilt seine tägliche Hautpflege-Routine deshalb wiederholt auf Instagram und freut sich über Kommentare und Nachrichten von männlichen Followern, die Interesse zeigen und nach weiteren Tipps fragen. Seine eigene einfache und schnelle Routine, die er jeden Morgen und jeden Abend befolgt, lautet wie folgt:

  • Gesicht mit einem schäumenden Reinigungsmittel waschen
  • Serum und Feuchtigkeitscreme auftragen
  • Augencreme sanft auftragen
  • Gelegentlich: eine Maske auftragen (denn warum dürfen nur Frauen sich über Masken freuen?)

Selbstverständlich muss die Hautpflege-Routine als eine Ergänzung zum Trinken von ausreichend Wasser, gesunder Ernährung, regelmässigem Sport und Stressabbau gesehen werden.

Psychische Gesundheit

Laut der Swiss Corona Stress Study, die von der Universität Basel durchgeführt wurde, „betrug der Anteil an Personen, die maximalen Stress angaben, während des Lockdowns im April rund 11 Prozent”, und “stieg in der zweiten Welle im November auf 20 Prozent an.“ Darüber hinaus ist auch der Prozentsatz von Personen mit schweren depressiven Symptomen über beide Lockdowns hinweg dramatisch gestiegen:

“Während der Anteil von Befragten mit schweren depressiven Symptomen vor der Pandemie 3 Prozent betrug, während des Lockdowns im April 9 Prozent und in der Zeit der Lockerungen im Mai 12 Prozent, stieg er im November auf 18 Prozent an.”

Psychische Gesundheit
Gemäss der Schweizer Corona-Stress-Studie der Universität Basel litten im November 2020 29% der 14- bis 24-jährigen Schweizerinnen und Schweizer unter schweren depressiven Symptomen (Quelle)

Es erscheint also wichtiger wie nie zuvor, dass man nicht nur der physischen, sondern auch der psychischen Gesundheit genug Beachtung schenkt. Auch ist es eine besonders wichtige Zeit, um nach anderen zu schauen. Frieda Hodel erklärt, wie wichtig es ist, sich in dieser schwierigen Zeit um andere zu kümmern:

Merke mit Umsicht, welche Personen im Umfeld stark betroffen sind von der Pandemie, ohne dass sie es vielleicht von sich aus preisgeben, sei es aus wirtschaftlicher oder privater Sicht – und mit Feingefühl motivieren und aufmuntern!themselves, be it from an economic or private point of view — and motivate and cheer them up with sensitivity!

Frieda Hodel
Frieda Hodel stimmt zu, dass wir nicht nur unsere eigene psychische Gesundheit im Auge behalten, sondern uns in diesen schwierigen Zeiten auch um andere kümmern sollten

Anina Mutter empfiehlt zugleich, die kleinen Freuden im Leben mehr zu schätzen, und

Schritt für Schritt, mit ganz viel Selbstliebe und Akzeptanz für das eigene und das Mensch-Sein von allen andern

durch diese aussergewöhnliche Zeit zu kommen und die Dinge in Perspektive zu setzen:

„Frische Luft, Bewegung, Kochen, ein gutes Buch lesen, eine sanfte und inspirierende Routine, Gitarre spielen, gärtnern. Alles, was wir wirklich haben, ist das Jetzt – wieso uns diesen präsenten Moment mit zu vielen Sorgen und Ängsten aus der Vergangenheit oder Zukunft zerstören?“

Anina Mutter
Anina Mutter: „Alles, was wir wirklich haben, ist das Jetzt, warum also diesen gegenwärtigen Moment mit zu vielen Sorgen und Ängsten aus der Vergangenheit oder Zukunft zerstören?“

Younes empfiehlt ausserdem, zu meditieren und Tagebuch zu schreiben. Was man ins Tagebuch eintragen soll? Younes schreibt beispielsweise darüber, wie er sich fühlt, was gerade passiert und was er sich für die Zukunft wünscht.

Es ist sicherlich spannend, wenn man diese Tagebucheinträge 10 Jahre später liest.

Younes Saggara
Younes Saggara nimmt sich die Zeit zum Nachdenken und schreibt täglich Einträge in sein Tagebuch. „Es ist sicher interessant, wenn man seine Tagebucheinträge 10 Jahre später liest“.

Vor der Pandemie war es ein Luxus, Zeit mit geliebten Menschen verbringen zu können, aber es ist dennoch unverzichtbar, in dieser einsamen Situation irgendwie in Kontakt zu bleiben. Mit Social-Distancing-freundlichen Apps wie Zoom, FaceTime, Whatsapp, Telegram und anderen Social Media Plattformen, die seit dem ersten Lockdown auf dem Vormarsch sind, haben sich viele kreative Wege ausgedacht und geteilt, um miteinander in Verbindung zu bleiben und trotzdem die Richtlinien für Social Distancing einzuhalten. Online-Trinkspiele, Zoom-Feierabend-Plausch, Filmabende, Live-Lern-Sessions, usw. waren Aktivitäten, die bisher nur bei Long-Distance-Beziehungen mit Freunden, Familienmitgliedern und/oder Partnern üblich waren.

Man sollte sich daran erinnern, dass man nicht allein ist, und auch wenn man sich verloren fühlt, weil man keine Kontrolle über die aktuellen Geschehnisse hat, kann man seine Perspektive auf die Situation ändern. Wie Frieda so schön ausdrückte: „Ich habe gelernt zu unterscheiden zwischen Dingen, die ich ändern kann im Leben, und Dingen, welche ich nicht beeinflussen kann. Das vermittelt einem innere Ruhe und ein Gefühl der Sicherheit

Wende dich an deine Liebsten, „wie ist sekundär“, sagte Anina.

Botschaften zum Mitnehmen

Diese aussergewöhnliche Situation hilft bestimmt auch, die Dinge ins rechte Licht zu rücken und lässt womöglich unsere Probleme, die wir vor der Pandemie hatten, klein erscheinen. Viele von uns haben gelernt, die Dinge zu schätzen, die wir für selbstverständlich hielten. Laut Anina: „Das Glück liegt tatsächlich in den kleinen Dingen.“ Zum Abschluss listen wir hier gerne einige Take-Away-Botschaften von den Influencern auf, die wir interviewt haben:

  • Harmonie: „Wir sind privilegiert. Das ist eine einmalige Chance, zu Hause zu sein und zu merken, wie glücklich wir sein können. Alles andere sind nur Details. Wir haben alle eine Menge über unsere Umwelt und Dankbarkeit gelernt.“
  • Anina: „Die Zeit dazu nutzen, den eigenen Lifestyle zu überdenken und in kleinen Schritten nachhaltige Änderungen in den Alltag zu integrieren, wie für andere da zu sein, Menschen auf dem Spaziergang anzulächeln, …” können so erfüllend sein.
  • Doris: „Unterstütze lokale Betriebe und kaufe saisonal ein.“

Teile uns deine einzigartigen Tipps mit, damit wir alle während des Lockdowns nicht durchdrehen. Bleib gesund!

Author: Sherriene Redha, Marketing and Social Media Officer at Kingfluencers